Wüstenblues gespielt von einer reinen Frauenband

Wüstenblues gespielt von einer reinen Frauenband

Im Alter von rund 20 Jahren gründete Asmaa Hamzaoui ihre Band „Bnat Timbouktou“ (Töchter von Timbuktu) und ist damit eine der jüngsten und sehr seltenen weiblichen Botschafterinnen der Gnawa-Kultur. Die Leidenschaft für die Musik hat ihr der Vater mitgegeben, der berühmte Maâlem (Lehrer) Rachid Hamzaoui. Von frühester Kindheit an lernte sie die Guembri (ein dreisaitiges Zupfinstrument) und begleitete ihren Vater bei Festen.

Seit 2012 tritt Asmaa Hamzaoui mit ihrer eigenen Band auf, deren musikalische Leiterin sie ist. Die Musikerinnen sind der Tradition stilistisch treu geblieben, rücken jedoch neue Texte in den Blickpunkt. Trennung, Leiden und die Erinnerung an Afrika sind dabei die vorherrschenden Themen. Gleichzeitig stehen sie ein für Gleichberechtigung, Wahrung der Traditionen und der spirituellen Praktiken im heutigen Marokko. Asmaa Hamzaoui bricht mit ihrem jetzt erschienenen Debutalbum „Oulad Lghaba“ in die bislang rein männlich besetzte Szene der Gnawa ein. Die 22-Jährige und ihre All-Female-Band spielen die jahrhundertealte marokkanische Trance-Musik wild, rau, hypnotisch und vor allem virtuos und als erste Frauen auch öffentlich.

Zur Musik: Es ist ein archaischer Sound mit einem repetitiven Rhythmus, getragen vom leicht scheppernden Klang der Metall-Kastagnetten Quarquaba, dazu kommen die erdig-bauchigen Töne der dreisaitigen Laute Guembri. Über allem schwebt die wunderschöne, sinnliche Stimme von Asmaa Hamzaoui. Das klingt wirklich nicht wie die Musik aus dem Maghreb, die normalerweise in europäischen Ohren landet. Die Gnawa stammt ursprünglich von Sklaven aus dem Senegal, dem Sudan, Ghana und Guinea, die nach Marokko verschleppt wurden. Sie ist eine heilende Musik, eine mit spirituellem Charakter. Hamzaoui spielt eine modernere, nicht-religiöse Form von Gnawa und sie spielt eine Elektro-Guembri. Ein Volltreffer in Sachen Weltmusik! Anspieltipps: „Lando“ und „Soudani Mama“.

Asmaa Hamzaoui & Bnat Timbouktou: „Oulad Lghaba“ ist auf dem Label Ajabu im Vertrieb von nuzzcom erschienen.

Tagged under:

,