Moriarty spielen fröhlich gegen Folk-Klischees an

Moriarty spielen fröhlich gegen Folk-Klischees an

Stets bereit, Konventionen zu brechen, beseelt von einem unbekümmerter Freiheitsdrang, geerdet in amerikanischen Mythen und trotzdem immer einen Schritt jenseits der Stereotypen. Die französisch-amerikanische Formation Moriarty garantiert all dies. Seit gut zehn Jahren bewegt sich die Band zwischen eingängigem Folk, Blues und Country, getragen von der warmen und betörenden Stimme von Rosemary Standley. Als Vorbild für den Bandnamen diente wohl Dean Moriarty, einer der Hauptfiguren aus Jack Kerouacs Roman „Unterwegs“. Diese Referenz spiegelt den abenteuerlustigen und rebellischen Charakter der Formation auch bestens wider. Sie sind Freigeister, die sich den gängigen Usancen der Musikindustrie verweigern. Souverän jongliert Moriarty mit sparsamen Arrangements und eingängigen, aber nie trivialen Melodien.

Gespielt wird auf Instrumenten wie Gitarre, Kontrabass, Mundharmonika, Xylophon und Kazoo. Gelegentlich finden auch Geräusche von Schreibmaschinen oder Rezeptionsglocken Verwendung. Ein musikalisches Wunderland tut sich da auf, wenn Moriarty aufspielen. Die Band beeindruckt mit einem ungewöhnlichen Musikmix. Und live sind sie nahezu unschlagbar gut.

Bester Beweis ist der neueste Coup der Band: „Echoes From The Borderline – Live“, aufgenommen während ihrer letzten Tournee. Angefeuert von der pumpenden Bluesharp, explodieren plötzlich Tempo und Beats, schrammelige Akkorde und die Intensität des Gesangs tun ein übriges. Die Band liefert Songs, so schön schräg und stimmungsvoll, kindlich verspielt und druckvoll, dass man sich in jeden einzelnen verlieben möchte. Was für eine Mischung, was für eine Band. Wahnsinn!

Moriarty: „Echoes From The Borderline – Live“ ist auf dem Label Air Rytmo erschienen.

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