Gregory Porter: Das neue Maß aller Dinge im Jazzgesang

Gregory Porter: Das neue Maß aller Dinge im Jazzgesang

Gregory Porter gilt schon seit geraumer Zeit als große neue Stimme im Jazz. Für das europäische Publikum wurde der inzwischen 44-jährige Hüne mit der markanten Mütze und dem souligen, samtigen Bariton vor fünf Jahren in der BBC-Musikshow „Later with Jools Holland“ entdeckt. Was macht ihn so besonders, so anders als all die anderen Sänger?

Nun, er verbindet Soul mit Gospel und Blues und bewegt sich souverän zwischen den unterschiedlichsten Stilrichtungen, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Auch die lyrischen Momente lässt er dabei nicht außer acht. Vielleicht gibt er selbst die Antwort als er kürzlich kundtat: „Ich bin old fashioned, ich bin begeistert von Otis Redding, Marvin Gaye und Donny Hathaway“. Ja, Porter ist ein Romantiker, einer, der sich in seinen Songs zu den Höhen und Tiefen der Liebe bekennt und die spirituelle Verbindung zum Publikum sucht. Wer ihn jüngst bei seinem vielumjubelten Konzert in Frankfurt gehört hat, kann das nur bestätigen. Als Beleg für seinen Bekanntheitsgrad sei noch angefügt, dass „Liquid Spirit“, das Blue-Note-Debut des Sängers aus dem Jahr 2013, das inzwischen meistgestreamte Jazz-Album der Gegenwart ist.

Kürzlich erschien sein neues Album „Take Me To The Alley“. Wieder ein Volltreffer! Angefangen vom bluesigen „Don’t Lose Your Steam“, der wunderschön eingängigen Midtempo-Ballade „Consequence Of Love“ sowie dem hymnisch klingenden „Holding On“. Porter hat eine hervorragende Begleitband an seiner Seite. In Chip Crawford einen kongenialen Pianisten, der äußerst feinsinnig begleitet, aber gegebenenfalls mit gehämmerten blauen Noten kräftig hinlangt. Kontrabassist Aaron James und Schlagzeuger Emanuel Harrold kennen die Geheimnisse der Black Music. Dazu gesellen sich meist noch Tenorsaxofonist Tivon Pennicott mit seinem feinnervigen bis heißblütigen Spiel, Trompeter Keyon Harrold sowie Altsaxofonist Yosuke Sato. Das alles ist kein bisschen retro, sondern voller Kraft und Emotionalität. Fazit: Lange Zeit hat man im Mutterland des Jazz auf einen Sänger dieses Formats gewartet. Gregory Porter Superstar!

Gregory Porter: „Take Me To The Alley“ ist auf dem Blue Note Label erschienen.

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