Smooth Jazz 2015: „Badapapapaa“ von Angela Puxi

Smooth Jazz 2015: „Badapapapaa“ von Angela Puxi

Saxofonisten haben es als Studiomusiker nicht leicht: Live liegt ihnen das Publikum ob der großartigen Performance, dem funkelnden Instrument und dem großen Klangspektrum  des Instruments zu Füßen – auf Studioalben finden sie mit ihrem Können oftmals nur als kurzes Solo statt. In die „erste Reihe“ haben es wenige Saxofonisten geschafft. Doch nun macht sich mit Angela Puxi eine Saxofonistin auf zur Grenze zwischen Jazz und Pop, zwischen funkigen Rhythmen und perlenden Soli. Das Album – es ist ihr Erstes – heißt  „Badapapapaa“ und der gleichnamige Song klingt so, wie man modernen Smooth Jazz im Jahre 2015 erwarten darf: Tighte Rhythmen, ein funky Bass und ein Saxophonspiel, das sowohl durch eingängige Melodien aber auch durch gute Solo-Einlagen überzeugt. Angela Puxi experimentiert sowohl mit geradlinigen House-Anleihen, zum Beispiel beim Song „Housing To Jazz“ mit tanzbarem Four-to-the-floor-Beat, aber auch mit groovendem Shuffle und einem effektvollen Fender Rhodes wie bei „In A Sunnymental Mood“, in Anlehnung an Duke Ellingtons Jazz-Standard „In A Sentimental Mood“Ulf Stricker an den Drums sorgt für eine kompakte, druckvolle Begleitung, Bassist Goran Vujic versteht es meisterlich, darauf einzusteigen. Zusammen mit Thorsten Praest an der Gitarre und Trompeter Lars Kuklinski hat Angela Puxi eine talentierte Truppe um sich geschart, mit der sie die Vorstellungen von ihrem eigenen Sound umzusetzen versteht.

Auch wenn es für viele Musiker eine gute Schule sein kann; ich habe nie versucht, jemanden zu imitieren. Mir war von Anfang an wichtig, meinen eigenen Ton und Stil zu entwickeln.

Angela Puxi

Angela Puxi studierte im niederländischen Arnheim Saxophon und startete von dort aus in die Profikarriere als Jazz-Musikerin. Im Jahr 2012 erschien ihre erste, mehr rockig als jazzig geratene EP „Senza Parole“. „Badapapapaa“ ist die musikalische Gemeinschaftsproduktion von Angela Puxi und Volker Dorsch, der als erfahrener Pianist und Keyboarder das Klangspektrum des Longplayers bereichert und die neun Songs co-produziert hat.

Sicher, das Album wird den ein oder anderen „Hardcore-Jazzer“ eher die Nase rümpfen lassen. Zu mainstreamig, zu straight klingt der Sound mancherorts. Aber: Die Songs sind allesamt gut produziert, eingängig und animieren sofort zum Mitgrooven. Und das wissen nicht nur Fans von Grover Washington Jr. oder Kenny G zu schätzen. Reinhören lohnt sich allemal!

„Badapapapaa“ ist Ende März 2015 beim Label 4MPO erschienen.

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