Olivia Pedroli: Szenische Klangbilder

Olivia Pedroli: Szenische Klangbilder

Der erste Höreindruck: außergewöhnlich, irritierend, anders. Vielleicht, weil die Schublade fehlt, in die man die Singer/Songwriterin, Olivia Pedroli, die auch Gitarristin und Violinistin ist, hineinstecken möchte.

Klar ist nur, die junge Schweizerin aus Neuchatel ist genre-übergreifend unterwegs. Man gewinnt rasch den Eindruck Pedroli will sich nicht festlegen (lassen), will frei agieren nach dem Motto „Don’t fence me in“.

Auf ihrem äußerst hörenswerten Album „A Thin Line“ beschreitet sie viele Wege, kommt an musikalischen Kreuzungen vorbei, schaut nach recht und links, steckt ein Terrain ab und sucht sich das nächste.

Jedenfalls hat sie längst ihre Folk-Pop-Phase ihrer beiden ersten Alben hinter sich gelassen.

Man tut sich also schwer ihre aktuelle CD zu charakterisieren. Jazz ist es nicht wirklich, avantgardistische (Folk-) Klänge sind es schon eher und auch ein stückweit Klassik hört man heraus.

Zu vielschichtig, zu komplex bietet sich das Ganze dar, um es auf einen Nenner zu bringen. Der isländische Produzent Valgeir Sigurdsson hat Klangbilder geschaffen, die teils hochgradig melancholische Züge haben und vielleicht gerade deshalb so schön und zart anmuten. Es ist eine Winterplatte, die die Stimmungen in der Natur einfängt, die zum Nachdenken Anlass gibt. Im Grunde eine leise, dunkle, ja zuweilen pathetisch wirkende Musik, die in die Zeit passt und das Anhören unbedingt lohnt. Das ist Atmosphärenmusik, die wie ein großes Gemälde daherkommt.

Olivia Pedroli: „A Thin Line“ erschienen im Oktober 2014 bei Cristal Records/Harmonia Mundi

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