„Ich hätt‘ so gern noch ‚Tschüss‘ gesagt“: Roger Cicero ist tot

„Ich hätt‘ so gern noch ‚Tschüss‘ gesagt“: Roger Cicero ist tot

Es war im Frühjahr 2006. Eine Reise nach Italien. Und ein Freund, der das gerade neu erschienene Album „Männersachen“ von Roger Cicero im Auto hatte. Ich swingte zu „Schieß‘ mich doch zum Mond“, schmunzelte bei „Zieh‘ die Schuh‘ aus“ und fühlte mich von „Wenn sie dich fragt“ total verstanden. Die CD lief fast den gesamten Urlaub lang, danach konnte ich jede Textzeile mitsingen. Jetzt ist Roger Cicero tot. Der studierte Jazzsänger, der Mitte der 2000er dem deutschsprachigen Swing zu einem zweiten Frühling verholfen hatte, verstarb im Alter von 45 Jahren am 24. März 2016 im Kreise seiner Familie. Mit seinem Tod ist eine der talentiertesten und charismatischsten deutschen Jazz-Stimmen für immer verstummt.

Mit dem Album „Männersachen“ gelang ihm 2006 der große Durchbruch, nur ein Jahr später vertrat er Deutschland beim Eurovision Song Contest mit seinem gefühlt größten Hit „Frauen regier’n die Welt“. Es folgten weitere Alben, hunderte von Konzerten in voll besetzten Hallen und sogar ein paar Auftritte in Film und Fernsehen. Trotz seines Erfolges blieb Cicero auf dem Boden, engagierte sich für soziale Projekte und arbeitete hart für seine Musik.

Erst vor wenigen Tagen wurde Roger Cicero mit seinen aktuellen Projekten „Cicero Sings Sinatra“ und „The Roger Cicero Jazz Experience“ (unseren Review zum jüngst erschienen Album gibt es hier) für den Medienpreis Echo 2016 nominiert. Die geplante Tour war bereits ausverkauft.

Copyright für sämtliche Fotos: wegotmusic.de (März 2012)

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