Klangvolles Kraftpaket: Der Teufel Boomster

Klangvolles Kraftpaket: Der Teufel Boomster

„Hubraum ist durch nichts zu ersetzen als durch noch mehr Hubraum“, sagte einst Walter Röhrl. Könnte gut sein, dass das Zitat bei den Ingenieuren von Lautsprecher Teufel im Entwicklungsbüro an der Wand hängt. Zumindest bei den Kollegen, die für den Boomster verantwortlich zeichnen. Denn schon die Verpackungsart und -Dimension legen nah, dass Großes im Anmarsch ist. Und das mehr im schwarzen Karton steckt als nur ein einfacher Lautsprecher. Vergleicht man – mal rein optisch betrachtet – den Boomster mit Geräten der Konkurrenz, dann wird schnell klar, dass wir uns hier nicht über besonders transportable Maße oder ein möglichst geringes Gewicht unterhalten. Wobei – soviel sei vorweggenommen – der Boomster sich auch mitnehmen lässt – und als Kraftpaket, das mehr Ghettoblaster als Bluetooth-Lautsprecher ist.

Doch schreiten wir zur Tat: Die Einladung zur Grillparty hängt an der Pinnwand im Flur, ein paar Leckereien stehen im Kühlschrank – und ich hole noch schnell einen passenden Wein aus dem Keller. Der Boomster ist voll aufgeladen, die Playlist auf dem Smartphone aktualisiert, es kann losgehen. Wir kommen an, die ersten Gäste sind schon da. Irgendwer spielt auf seinem Handy Chartmusik. Ein Griff in den Kofferraum, ein kurzer Blick zum Gastgeber, ein Nicken: Der Boomster wird auf einer leeren Bierkiste platziert. Und sieht mit seinem Tragegriff aus gebürstetem Aluminium, dem Gehäuse aus matt lackiertem ABS-Kunststoff und der ebenfalls schwarz vergitterten Vorderseite sehr elegant aus. Und ja: Das Gerät ist auch für den Outdoor-Einsatz gebaut. Denn das Gehäuse ist robust, die Anschlüsse halten dank Gummimembranen auch einer kleinen Regendusche stand. Während die ersten Würstchen, Spieße und Steaks zischend auf dem Grillrost braten, sorgt die Playlist für gute Stimmung. Für den Start habe ich etwas Acid Jazz von Incognito und den Brand New Heavies aufgelegt.

Klanglich ist der Boomster vom Feinsten: Filigrane Stimmabbildung, druckvolle Bässe, kristallklare Blechbläser und hauchdünne Hihats sorgen für anerkennende Blicke beim ein oder anderen audiophilen Gast der Party. Und für mitwippende Füße bei allen, die einfach nur gute Musik hören wollen.

Den guten Klang erzeugt ein ausgeklügeltes 3-Wege-System, bestehend aus zwei Hochtönern à 20 Millimeter Durchmesser, zwei Mitteltönern à 65 Millimeter Durchmesser und einem zusätzlichen, nach unten gerichteten Subwoofer, der die tiefen Töne selbst bei Maximallautstärke kräftig und verzerrungsfrei wiedergibt. In diesem Zusammenhang noch ein besonderes Gimmick: Die Subwoofer-Lautstärke ist in fünf Stufen regelbar – direkt am Gerät. Gut, wenn es mal ordentlich zur Sache gehen soll, noch besser, wenn es doch einmal etwas leiser sein muss. In Summe verfügt der Boomster über eine Maximalleistung von 38 Watt.  Eine weitere, dem hervorragenden Klang sehr zuträgliche Komponente, ist der aptX-Standard, der durch eine intelligente Teilung der Datenpakete via Bluetooth 4.0 für eine reibungslose und nahezu fehlerfreie Klangübertragung sorgt.

Während es dämmert – die meisten Partygäste haben ihren Pappteller mit Steak- und Kartoffelsalatresten gegen eine Flasche Bier oder ein Glas Wein getauscht – lege ich eins drauf und starte über das Handy die Chillhouse-Compilation Cala Bassa Beach Club Vol. 2. Den Subwoofer schalte ich über die hintergrundbeleuchteten und gänzlich planen Sensor-Tasten ein paar Stufen höher. Sekunden später wabern die Bässe durch den Garten, eine leichte Brise warmen Winds kommt auf. Die Stimmung ist perfekt. Mittlerweile versorgt uns der Boomster schon volle sechs Stunden ohne Unterbrechung mit Musik, bis zu 16 Stunden am Stück verspricht der Hersteller. Fast schon Standard ist, dass das schwarze Gerät über einen USB-Anschluss Smartphone oder Tablet laden und im Bedarfsfall auch als leicht überdimensionierte Freisprechanlage fungieren kann. Kleiner Tipp: Vorher auf „Flugmodus“ schalten. Sonst kommt statt Musik plötzlich Handybimmeln aus dem Lautsprecher. Da ich eingangs den Vergleich zum Ghettoblaster gezogen hatte: Der Boomster hat auch ein eingebautes FM-Radio mit drei Stationswahltasten und – Trommelwirbel – einer Wurfantenne, die ebenfalls sicher hinter einer Gummimembran verstaut werden kann. Kurz in die Samstagskonferenz der Bundesliga ‚reinschalten? Kein Problem. Zusätzlich kann über eine Aux-in-Buchse auch jedes andere klangerzeugende Gerät angeschlossen werden, vorausgesetzt, man hat ein Miniklinke-Kabel zur Hand. Und wer ein Smartphone mit NFC-Chip sein Eigen nennt, der kann Tonquelle und Boomster rein durch physischen Kontakt der Geräte und ohne lange Suche nach dem Bluetooth-Partner koppeln.

Die meisten Gäste sind zuhause, der harte Kern sitzt um den Grill und schaut entspannt in die noch leicht glimmende Glut. Ein paar haben Decken übergeworfen, der Wind hat aufgefrischt. Den Boomster – er darf nun wieder ein paar entspanntere, ruhigere Jazz-Sounds zum Besten geben – beeindruckt das alles wenig. Er spielt. Und spielt. Und spielt. Und wir: Hatten einen wirklich tollen und sehr klangvollen Abend.

Unser Fazit

Der Boomster ist ein Multitalent mit toller Materialanmutung, überzeugendem Bedienkonzept und überragendem Klang, der alle bisher bei wegotmusic.de getesteten Geräte in den Schatten stellt. Und zwar sowohl in Sachen Lautstärke als auch in punkto Qualität. Dabei ist der mehrstufig zuschaltbare Subwoofer ein klarer Pluspunkt. Dennoch: Trotz schönem, aber etwas unpraktischem Metallgriff und langer Akkulaufzeit ist der Boomster nicht der mobilste unter den Bluetooth-Lautsprechern. Wer nach einem Gerät mit kleineren Abmessungen sucht, das sich einfach und schnell in der Tasche verstauen lässt, sollte sich nach einer Alternative umsehen. Im Homeoffice, Loft oder auch im Garten läuft der Boomster dagegen zur Hochform auf. Denn da sorgt er – ganz ohne lästiges Kabelschleppen oder CD-Einlegen – binnen weniger Sekunden für tollen Sound. Die Preisangabe des Herstellers liegt bei knapp 300 Euro. Kein Pappenstiel. Aber guten Klang hat es bislang auch noch nicht zum Discounter-Tarif gegeben. Und: Wer jetzt noch Zweifel hegt, ob der Boomster wirklich hält, was er verspricht, der kann das Kraftpaket in schwarz acht Wochen unverbindlich testen.

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Herstellers unter www.teufel.de.

 

 

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