Aufgeladen: Der neue JBL Charge 2 im wegotmusic.de Test

Aufgeladen: Der neue JBL Charge 2 im wegotmusic.de Test

Der Bluetooth Standard stellt den Markt für mobilen Musikgenuss komplett auf den Kopf. Ständig neue Geräte, leistungsfähigere Lautsprecher, Kopfhörer & Co. Die Ansprüche von Musikfans sind gestiegen. Nicht nur an den Klang oder die Akkulaufzeit, sondern auch an das Design. Zeit für einen ausführlichen Einzeltest.

Diesmal haben wir uns den vor Kurzem erschienenen Charge 2 von JBL vorgenommen, einem Bluetooth-Lautsprecher dem viel Lob vorauseilt. Vor allem in Sachen Akkulaufzeit soll der smarte Begleiter gut ausgestattet sein. Schreiten wir also zur Tat: Auspacken, anschalten und koppeln, alles in unter zwei Minuten zu schaffen. Die Test-Playlist steht bereit, die Nachbarn sind vorgewarnt. Es kann losgehen.

Der Schalldruck des Charge 2 ist für seine kompakte Größe sagenhaft. Ein normales Wohnzimmer beschallt er locker mit lauter Musik. Den satten Bass nimmt das Gerät aus zwei 45 mm Lautsprechern. Die sehen zwar schick aus und vibrieren im Betrieb auch ordentlich, besonders mobil macht es das Gerät aber leider nicht, denn die Transportfähigkeit leidet unter den fragilen Membranen. Einfach so in die Tasche stecken? Keine gute Idee. Ich lasse es lieber. Liebes JBL-Team: Macht das Gerät lieber einen Tick teurer und liefert eine halbwegs stabile Tasche mit. Jeder, der den Charge 2 außerhalb des Wohnzimmers betreiben mag, wird es Euch danken! Doch zurück zum Klang. Denn in Sachen Lautstärke macht dem kleinen Kasten so schnell keiner was vor. Leider neigt er ab ca. 3/4 der Lautstärke ein wenig zum Klirren, gut zu hören bei Diana Kralls Jazzversion des Popsongs „I’m Not In Love“ vom aktuellen Album „Wallflower“. Das ist schade für alle, die es nicht laut genug haben können, aber verschmerzbar für diejenigen, die nicht den Anspruch haben, mit einem einzigen Lautsprecher eine ganze Party beschallen zu müssen. Die Mitten sind sauber abgebildet, die Höhen neigen, gerade in Kombination mit einem starken Akustikbass, ebenfalls zu einer leichten Verzerrung, was bei normaler Zimmerlautstärke allerdings nicht wahrnehmbar ist.

Kommen wir zur Bedienbarkeit. Und die ist nahezu selbsterklärend. Einzig: Der Charge 2 hat keinen Play / Pause oder einen Vor- und Zurückspul-Knopf. Klar, Smartphone, Tablet oder Computer können diese Funktionen problemlos ersetzen. Was aber, wenn das Gerät im anderen Raum steht? Die Bluetooth-Reichweite beträgt in Gebäuden immerhin zehn Meter. Wer seine Musik also kurz mit in die Küche mitnehmen und den Song überspringen will, hat – ohne Endgerät in der anderen Hand – verloren.

Der Charge 2 ist in vielen verschiedenen Farben erhältlich. Wir haben uns für die weiße Variante entschieden, doch diese neigt durch die gummierten Tasten bereits nach wenigen Tagen zum Verschmutzen. Hier dürften die dunklen Varianten eindeutig im Vorteil sein.

Ein großer Vorteil des kleinen Geräts: Der Charge 2 kann – wie es der Name schon vermuten lässt – auch laden. Denn er hat eine mit 6000 mAh Kapazität sehr großzügig bemessene Batterie verbaut, die nach Herstellerangaben für zwölf Stunden ununterbrochenem Musikgenuss sorgen soll, oder aber zum Aufladen weiterer mobiler Geräte genutzt werden kann. Klar, das geht dann natürlich von der Spielzeit ab. Aber trotzdem gut, eine solche Möglichkeit zu haben. Nachteil: Diese Kapazität muss – auch wenn sie ungenutzt bleibt – immer mitgeschleppt werden. Mit 540 Gramm Kampfgewicht wiegt der Charge 2 mehr als ein halbes Kilogramm. Und das ist schon eine Ansage. Zweiter Nachteil: Wer einen leeren Charge 2 füllen möchte, muss Zeit mitbringen. Zwar ist im Lieferumfang ein Ladegerät enthalten, jedoch ist nicht immer und überall eine Steckdose zur Stelle, sondern vielleicht nur der USB-Port des Rechners. Und da kann das Laden schonmal fünf Stunden dauern.

Allen Unkenrufen zum Trotz: Der Charge 2 hat Power satt – und die muss schließlich irgendwo herkommen. Wer lange Durchhaltezeiten und die Lademöglichkeit für Smartphone, Tablet & Co plus gute Musikwiedergabe in einem Gerät möchte, der hat mit dem Charge 2 sein Ziel erreicht.

Das Design des Charge 2 – er sieht ein bisschen aus wie eine überdimensionale Getränkedose – bietet einen weiteren Vorteil, denn das Gerät lässt sich nicht nur in der Horizontalen, sondern dank seitlich angebrachter Gummifüßchen auch in der Vertikalen nutzen. Will heißen: Man kann ihn auch aufstellen. Gut für alle, die wenig Platz haben.

Fast schon obligatorisch, aber es sollte nicht unerwähnt bleiben: Einmal gekoppelt, macht der Charge 2 auch auf Freisprecheinrichtung. Ein eingebautes Mikrofon macht es möglich.

Unser Fazit

Der Charge 2 ist ein stimmiges Konzept mit ordentlichen Klangqualitäten, großer Lautstärke und besonders langem Durchhaltevermögen. Die Mobilität können aber andere Geräte besser. Zum Beispiel durch innenliegende, vergitterte Lautsprechermembranen, ein geringeres Gewicht oder schlicht eine kompaktere Bauweise. Dennoch: Die 129 Euro unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers sind für alle, die ihr Zuhause oder Büro stylish mit reichlich Schalldruck ausstatten wollen, eine wirklich lohnende Investition. Mehr Infos gibt es auf der JBL Webseite.

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