„Konzertflügel auf Anabolika“ – Die Grandbrothers im Interview

„Konzertflügel auf Anabolika“ – Die Grandbrothers im Interview

„Dilation“ heißt das neue Album der Grandbrothers, das Ende März 2015 erschienen ist. „Dilation“ – zu deutsch „Erweiterung“ – könnte auch treffender kaum formuliert sein, denn genau das ist es, was die beiden Musiker Erol Sarp und Lukas Vogel mit ihrem Projekt tun: Sie erweitern das Klangspektrum des klassischen Konzertflügels um viele neue Nuancen. Unseren ausführlichen Bericht zum Album gibt es hier auf wegotmusic.de. Das Resultat klingt frisch, innovativ und ungewohnt, gleichzeitig aber auch sehr harmonieverliebt und energiegeladen. Umso mehr freut uns, dass sich die beiden kreativen Köpfe des Projekts zu einem Interview bereiterklärt haben. Auf wegotmusic.de sprechen die Grandbrothers über ihre Inspiration, ihre musikalischen Vorbilder und kommende Konzerte.

F„Dilation“ ist nach Eurer Auskopplung, der EP „Ezra“ Euer erstes gemeinsames Album. Wie genau seid Ihr eigentlich zur Musik gekommen?

GBWir waren beide schon immer musikalisch aktiv und sind schon als Kinder sehr früh in Berührung mit Musik und verschiedenen Instrumenten gekommen. Das Projekt Grandbrothers haben wir während unseres gemeinsamen Studiums ins Leben gerufen. Das Ziel: Wir wollen damit unsere Stärken am Klavier und im Umgang mit dem Computer verbinden – und einfach gute Musik machen, die uns gefällt!

F„Gute Musik“ ist genau das richtige Stichwort für die nächste Frage. Denn Eure musikalische Bandbreite reicht von Jazz bis Elektro. Wie würdet Ihr selbst Euren Musikstil beschreiben?

GBWir wollen uns da eigentlich gar nicht so wirklich festlegen – und müssen es Gottseidank auch nicht! Uns fällt es selbst schwer, in musikalischen Kategorien zu denken, denn gerade die Wanderung zwischen den verschiedenen Genres ist für uns das Reizvolle. Oft lesen wir sowas wie „kontemporäre Klaviermusik“, „Jazz mit Elektro-Einflüssen“, „Minimal Music“ oder „Klubmusik“. Aber wir sind halt irgendwo genau dazwischen. Mal mehr Richtung Klub, mal mehr Richtung Klaviermusik.

FWer beeinflusst Euch bei Eurer Musik? Oder anders gefragt: Was inspiriert Euch, wenn Ihr im Studio seid?

GBEs gibt Musiker und Komponisten, die wir als sowas wie Vorbilder ansehen würden – Steve Reich beispielsweise oder auch Ryuichi Sakamoto. Ansonsten spielen wir uns einfach gegenseitig gerne Songs vor. Das müssen dann auch gar nicht zwangsläufig Stücke sein, die man direkt mit uns oder unserer Musik assoziieren würde. Sondern einfach Sachen, die wir persönlich gut finden und aus denen wir neue Inspiration ziehen.

FUnd wie seid Ihr zu Eurer musikalischen Rollenverteilung gekommen? War das von Anfang an klar?

GBEigentlich ja – wir kannten uns ja schon etwas länger und wussten daher ziemlich genau, wo die jeweiligen Stärken des Anderen liegen. Lukas kommt vor allem von der technischen, computer-orientierten Seite, während Erols Stärke ganz klar im Klavierspiel liegt. In unseren ersten Sessions haben wir dann auch schnell gemerkt, dass die Aufteilung so super für uns funktioniert – und auch die dabei entstehende Musik genau das ist, was wir machen wollen.

FZum Abschluss noch die obligatorische Frage nach neuen Konzerten: Habt Ihr eine Tour zum neuen Album geplant? Oder kann man Euch auf Festivals live hören?

GBEine feste Tour steht bis jetzt noch nicht. Aber klar: Wir wollen so viele Konzerte spielen wie möglich und rumkommen. Anfang Mai spielen wir auf dem XJazz Festival in Berlin und in der Emmauskirche, ebenfalls in der Hauptstadt.

Lieber Erol, lieber Lukas – danke für Eure Zeit und weiterhin viel Erfolg mit den Grandbrothers!

Fotos: Jonas Lindstroem

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