Ein echter Sportsfreund: Der neue Sennheiser OCX 686G im Test

Ein echter Sportsfreund: Der neue Sennheiser OCX 686G im Test

Musik und Sport. Die einen schwören darauf, die anderen hassen die akustische Begleitung zum Workout. Alle, die sich erstgenannter Gruppe zuschreiben, sollten auf jeden Fall weiterlesen. Denn die Soundingenieure der Traditionsmarke Sennheiser haben vor Kurzem ihr Angebot an Sportkopfhörern aktualisiert. Grund genug, für wegotmusic.de den neuen OCX 686G einem ausführlichen Test zu unterziehen. Dabei haben wir neben Lauftraining im Studio und im Park auch klassisches Gerätetraining mit einbezogen.

Gleich beim Auspacken fällt die Wertigkeit der verwendeten Materialien des Kopfhörers ins Auge. Noch bevor der erste Ton erklingen konnte, bemerken – und das wird alle Haptiker da draußen freuen – die Finger eine solide Verarbeitung. Das giftgrüne (ja, beim Sporteln darf es gerne auch etwas auffälliger sein) Band wirkt griffig, die Fernbedienung hat einen guten Druckpunkt. Einzig die Klammer, mit der man das Band am Kragen befestigen kann, wirkt etwas friemelig. Die Ohrbügel selbst sind aus flexiblem, gummierten Kunststoff gefertig. Mit ein bisschen Übung lassen sie sich leicht hinter dem Ohr befestigen. Ein kurzer Druck auf die In-Ear-Hörer (typisch Sennheiser: Es gibt die Earbuds in S, M und L für verschieden-große Ohrmuscheltypen) und alles sitzt. Schuhe zubinden, Trinkflasche auffüllen – und Kopfhörer einstöpseln. Es kann losgehen!

Das Training

Der erste Teil des Tests findet indoor statt. Eine klassische Fitness Studio-Umgebung mit Laufbändern, Crosstrainern und dem üblichen Einheitsbrei aus chartkompatibler Popmusik und nerviger Werbung aus den herumstehenden Fernsehern. Ein klarer Fall für persönliche Motivationsmusik. „Play“ gedrückt, ein bisschen lauter gedreht, schon merkt man, der OCX 686G klingt deutlich lauter und homogener als andere Sportkopfhörer. Schon bei der Hälfte dessen, was das Telefon an Lautstärke auf die kleinen Boxen zu schicken vermag, fühle ich mich von der Außenwelt entkoppelt. Als Musik läuft das groovend-funkige „Sweet Freaks“ der Acid Funk Altmeister Brand New Heavies. Während die Briten mich auf Schritt und Tritt begleiten, erhöhe ich die Geschwindigkeit des Laufbands. Und stelle fest: Je mehr Bewegungen ich mache, desto eher neigen die kleinen Hörer trotz Bügel zum Verrutschen. Nicht übertrieben. Aber alle zwei, drei Minuten muss ich sie wieder in Position rücken. Testabbruch. Kann das sein? Ich tausche die mittleren Earbuds gegen die großen aus.

Uwgm_ocx686_sennheisernd siehe da: Es klappt deutlich besser. Für alle Sportbegeisterten ohne „Normohren“ wärmstens empfohlen. Auch beim Gerätetraining mit stärkeren Bewegungen folgen die Kopfhörer problemlos. Der Klang ist nicht übertrieben basslastig, die Mitten klingen vereinzelt etwas blechern, aber die Höhen stimmen in unserem Test. Nennenswerte klangliche Schwächen leistet sich der OCX 686G keine. Positiv fällt aber der Tragekomfort auf, denn das geringe Gewicht und die ergonomische Form der Bügel machen den Kopfhörer zum echten Langstreckenbegleiter.

Teil zwei unseres Tests findet – es wird Frühling – draußen statt. Gleiches Setup, diesmal geht es jedoch über Stock und Stein. Und diesmal sind es die Dolls Combers, die mit ein paar jazzig-housigen Songs das Training versüßen. Die Bewegungen sind entsprechend schneller und ein wenig intensiver. Und dabei rutschen die kleinen Earbuds hier und da auch wieder aus ihrer Position heraus. Aber: Das tut der Sache keinen großen Abbruch. Denn der musikalische Genuss funktioniert einwandfrei. Hier spielen die kleinen Hörer auch einen weiteren Vorteil aus: Denn die Umgebungsgeräusche werden großflächig herausgefiltert – ungetrübter Hörgenuss ist garantiert. Klar, das muss man wollen. Und im Straßenverkehr ist diese Eigenschaft in der ein oder anderen Situation auch eher – sagen wir mal – „von Nachteil“. Übrigens: Wer möchte (und Puste hat), kann beim Tragen auch Telefonieren – das eingebaute Mikrofon macht es möglich.

Cool Down

Bevor es in die Umkleidekabine geht, ziehe ich den OCX 685 aus den Ohren und packe ihn zurück in die elegante, luftdurchlässige und mit einem Klettverschluss verschließbare Stofftasche. Eine gute Lösung – zwar nicht gegen das Verheddern des Kabels im Inneren – aber für die Aufbewahrung des hochwertigen Geräts in einer sportbetonten Umgebung auf jeden Fall sehr praktisch. Und die ovale Form des grünen Kabels sorgt dafür, dass das Verheddern zumindest ein klein wenig reduziert wird. Die Ohrstöpsel selbst sind laut Hersteller aus antibakteriellem Material gefertigt, der stabil anmutende, gewinkelte 3,5 Zoll Miniklinke-Anschluss wirkt, als würde er ein paar Dauerläufe mitmachen.

Unser Fazit

Kopfhörer für den Sport müssen – neben all den klanglichen Anforderungen – besonders hart im Nehmen sein. Denn die Belastungen sind enorm: Ständige Bewegungen, Schweiß, Regen oder Schmutz wirken auf die kleinen Hörer deutlich stärker ein als bei der Busfahrt zur Arbeit. Der OCX 686G ist ein Allrounder, der dank gutem Klang, toller Haptik und angenehmem Tragekomfort auch hartes Training mitmacht. Klar, es gibt günstigere Alternativen. Aber wer Wert auf gute Musik beim Training legt, dürfte mit den 99,00 Euro Preisempfehlung eine gute Investition tätigen. Mehr Informationen gibt es auf der Sennheiser Webseite unter www.sennheiser.de.

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