Turn it up: Die Mini Jambox im wegotmusic.de Test

Turn it up: Die Mini Jambox im wegotmusic.de Test

Musik hört nicht damit auf, dass sie auf CDs gepresst oder über den Computer gestreamt wird. Im Gegenteil: Wer gute, aufwändig produzierte Musik auf lausigen Lautsprechern oder scheppernden Billig-Kopfhörern „genießt“, betrügt sich selbst. Deshalb geht www.wegotmusic.de einen Schritt weiter: Von Zeit zu Zeit stellen wir Euch Gadgets vor, die den Musikgenuss angenehmer, praktischer oder einfach besser machen.

Heute schauen, pardon: hören, wir uns die Mini Jambox von Jawbone an. Ein guter Ruf eilt ihr voraus: Portabel, stabil, gut verarbeitet soll sie sein – und auch noch einen tollen Klang haben. Ich bin gespannt, als ich die kleine, 255 Gramm schwere Jambox aus der schwarzen Verpackung ziehe. Offenbar orientiert man sich bei Jawbone ein wenig an der „Unboxing Experience“ von Apple & Co: Das Mini-USB Kabel und das 3,5 Zoll Klinkenkabel – passend zur Gerätefarbe beide in rot – machen einen sehr wertigen Eindruck. Ein Netzadapter für die Steckdose ist leider nicht in der Packung. Das Gehäuse der Mini Jambox ist bis auf die kurzen Außenseiten komplett aus Aluminium gefertigt, an der Vorderseite ist es stylish gelocht, damit der produzierte Klang auch die Außenwelt erreicht. Nur wenige Knöpfe zieren das kompakte Gerät, neben einem Play / Pause Button und je einer Taste für lauter / leiser auf der Oberseite gibt es seitlich noch den Anschaltknopf und den „Pairing-Button“, mit dem die Jambox nach neuen Bluetooth-Geräten Ausschau hält. Den drücke ich – eine freundliche Stimme (ja, das Teil hat kein Display sondern eine Sprachausgabe!) bestätigt, dass der „Pairing-Modus“ akiviert ist. Telefon aus der Tasche holen, Bluetooth einschalten und ebenfalls suchen. Keine zehn Sekunden später haben sich die beiden Geräte gefunden, was die Mini Jambox auch prompt mit einem Ploppen quittiert. Okay. Das ging schnell. Ein Wechsel zum Musikplayer des Telefons, „Play“ drücken – und ab geht’s.

Doch wie klingt das kleine Kästchen? Auf den ersten Eindruck bei mittlerer Lautstärke: Erstaunlich gut. Die Bässe sind satt und druckvoll, Verzerrungen nicht wahrnehmbar, die Mitten vielleicht ein bisschen scheppernd. Fahren wir fort, zum Beispiel mit dem Miles Davis Quartet und „Round About Midnight“. Ich drehe auf. Klick, klick, Doppelklick. Ich lerne: Die Jambox hat ein akustisches Signal für die maximale Lautstärke. Das ist praktisch. Und wie klingen Miles Davis und seine Mitstreiter? Die Muted Trumpet ist präsent, fast schon ein bisschen zu vordergründig. Der Bass und die tiefen Akkorde des Pianos kommen ebenfalls gut hervor. Doch was fast komplett ausgeblendet wird, sind Hihat und die streichenden Besen auf der Snare-Drum. Leider. Ein kleines Problem scheint die Box mit den leisen Hoch- und Mittelfrequenzen zu haben. Zwar nicht unangenehm, aber dennoch wahrnehmbar. Der Eindruck bestätigt sich beim nächsten Song – „Take Five“. Dave Brubecks Piano klingt gut, Paul Desmonds Saxophon jedoch ein wenig verwaschen. Der Bass kommt toll, aber das Ride-Becken des Schlagzeugs ist leider wieder etwas im Hintertreffen. Probieren wir es mit einem Song, der etwas moderner abgemischt ist: Ich entscheide mich für „Vägen“ gespielt vom Tingvall Trio. Und siehe da: Der Sound ist etwas präsenter und klarer. Und auch die kleine Schwäche mit den Mitteltönen ist deutlich weniger ausgeprägt. Vor allem der Kontrabass klingt absolut stark.

Legen wir noch einen drauf: Denn wenn einer es sich aufs Kontrabass-Spielen versteht, dann der israelische Jazzer Avishai Cohen. Es läuft „Seven Seas“, ein rastloser, rhythmisch anspruchsvoller Song mit vielen Klangkomponenten. Der Bass lässt nichts zu wünschen übrig, auch der leise Singsang von Cohen ist gut zu hören. Was leider etwas zurückbleibt sind der Schellenkranz und die Cymbals, die als Akzente eingesetzt werden. Natürlich habe ich die Mini Jambox nicht alleine getestet, sondern lasse als Referenz zwischendurch immer wieder auch einen audiophilen Yamaha Verstärker mit zwei Alesis Monitor One Boxen gegenlaufen.

Trotz kleiner Schwächen bin ich absolut fasziniert, was die Ingenieure an Sound aus dem kleinen Apparat herausholen.

Denn so guten Klang auf so engem Raum habe ich bislang noch nicht zu Ohren bekommen. Selbst, wenn man die Lautstärke voll nach oben reißt: Die Verzerrungen und das Klirren sind meist minimal. Natürlich reicht die Mini Jambox nicht aus, um ein 150 Quadratmeter Loft zu beschallen. Wer danach sucht, sollte tatsächlich in etwas größer dimensionierte Hardware investieren. Für unterwegs ist sie aber eine echte Alternative – auch für Menschen mit höheren Ansprüchen.

Die Konnektivität

Die Mini Jambox verfügt über einen 3,5 Zoll Klinkeneingang und einen USB-Eingang, der primär zum Laden genutzt werden dürfte. Denn eigentlich ist die Box ja für die drahtlose Tonübertragung per Bluetooth gemacht. Im kabellosen Betrieb steuert die Box dann auch das Telefon fern, kann vor- und zurückspringen. Doch plötzlich stoppt die Wiedergabe. Habe ich was falsch gemacht? Nein. Es ruft jemand an! Und ohne Zutun wird die Mini Jambox – dank eingebautem Mikrofon – zur portablen Freispreicheinrichtung. Sehr fein.

DER LIVE-AUDIO-MODUS

Ein nettes Gimmick der Box ist der sogenannte „Live-Audio-Modus“, der für ein räumliches Klanggefühl sorgt. Ein kurzer, gleichzeitiger Druck auf die Knöpfe für laut / leise und die Jambox Mini schaltet sich um. Und tatsächlich: Es klingt noch etwas feiner, noch etwas sauberer – und viel lebendiger. Aber dafür neigt das Gerät auch stärker zum Übersteuern. Besonders die Höhen fangen bei maximaler Lautstärke an zu klirren, die Mitten fallen dafür stärker aus und die Bässe gehen leicht zurück. Das Prinzip hinter „Live-Audio“: Die beiden Stereo-Kanäle werden komplett von einander isoliert, der sogenannte „Crosstalk“ wird minimiert und dadurch ein räumlicheres Klangerlebnis erzeugt.

Das Preis-Leistungsverhältnis

179,- Euro verlangt Jawbone normalerweise als unverbindliche Preisempfehlung für das kleine Klangwunder, aktuell wurde dieser Preis temporär auf 129,- Euro gesenkt. Ein ambitionierter, aber gerechtfertigter Preis. Und das dürfte auch der Hauptgrund sein, warum nicht noch mehr Menschen ein solches Gerät ihr Eigen nennen. Jedoch bekommt man dafür nicht nur einen tollen Klang – sondern auch ein bis ins letzte Detail durchdesigntes und haptisch voll überzeugendes Gadget, das mit einer Akkuladung relativ nahe an die vom Hersteller versprochenen zehn Stunden Abspieldauer herankommt.

 

Jawbone Mini JamboxDie Jambox Mini ist schon eine ganze Weile auf dem Markt, wirkt aber aufgrund der sieben verschiedenen Farben und Designs noch immer brandaktuell. Dank Bluetooth 4.0 LE läuft die Musikübertragung vom Rechner oder Mobiltelefon einwandfrei und in hoher Qualität. Die Box ist 15,4 Zentimeter lang und wiegt rund 255 Gramm. Sie verfügt über zwei proprietäre Akustiktreiber sowie einen passiv arbeitenden Bassstrahler. Via App kann man die Box personalisieren und diverse Einstellungen vornehmen. Mehr Infos auf der Webseite des Herstellers.

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