Bernadette La Hengst singt für Frauen und Klima

Bernadette La Hengst singt für Frauen und Klima

Sie war dabei, beim Urknall der sogenannten Hamburger Schule, damals in Bad Salzuflen, als die jungen Frank Spilker, Bernd Begemann und Jochen Distelmeyer sich dazu entschlossen, fortan in ihrer Muttersprache zu texten. Das war kurz vor dem Mauerfall, anschließend trafen sich alle in Hamburg wieder, und Bernadette La Hengst gründete endlich ihre eigene Band „Die Braut haut ins Auge“ – und wurde mit ihrem energischen, deutschsprachigen Beatpop zu einer Identifikationsfigur nicht nur für Feministinnen. Seit 2002 verfolgt sie eine Solokarriere.

Inzwischen gilt sie als eine Musikerin und Songschreiberin, die seit über 30 Jahren immer wieder neu begeistert. Bei ihren energievollen Live-Auftritten reißt sie jedes Publikum mit. Mühelos schaffen ihre meist deutsch-sprachigen Songs den Spagat zwischen Persönlichem und Politischem.

Vier Jahre nach „Wir sind die Vielen“ kommt Bernadette La Hengst endlich zurück mit einem neuen Album. „Visionäre Leere“ heißt das Werk. Einsam steht sie da in der Wüste, auf dem Cover ihres siebten Solo-Albums und wässert mit einer Gießkanne ihre Gitarre. Im Titelstück „Visionäre Leere“ besingt sie „Lubycza“, also die Lausitz. Die Künstlerin hat in der Region Kohle-Abbaugebiete besucht. Eine erschütternde und gleichzeitig inspirierende Reise: „Das ist der Ort, an dem man am besten oder am schlimmsten sehen kann, was die Menschheit der Erde angetan hat. Das ist wie so eine offene Wunde“. La Hengsts Tochter Ella Mae wird nicht nur im Titel „Mamablues“ besungen, sondern sie ist auch selbst in dem Song „Gib mir meine Zukunft zurück“ zu hören.

Bernadette La Hengst gilt für viele als Vorkämpferin in der weiblichen Popmusik. Sie singt für Frauen. So ist etwa in „Allée de la Liberté“ einer Hommage an all die Pionierinnen der Musikgeschichte. Sehr schlaue, sehr fröhliche Pop-Chanson-Schlager in deutscher Sprache sind ihr Metier, wobei in den immer wieder auch sehr tiefgründigen Texten schon klar wird, dass es oftmals gar nicht so fröhlich zugeht auf dieser Welt. La Hengst gilt als die „Grande Dame der Hamburger Schule“, ist politisch und feministisch engagiert, arbeitet oft fürs Theater und bringt alle paar Jahre ein Album wie „Visionäre Leere“ heraus. Und das ist gut so!

Anspieltipps: „Luzyca du visionäre Leere“, „Mamablues“, „Was nehm ich mit, wenn es Krieg gibt?“

Bernadette La Hengst: „Visionäre Leere“ ist auf dem Label Trikont erschienen.

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