Mahsa Vahdat: Lieder für den Freiheitskampf im Iran

Mahsa Vahdat: Lieder für den Freiheitskampf im Iran

Mahsa Vahdat werden die meisten Weltmusikfans von den Platten kennen, die die Iranerin zusammen mit ihrer Schwester Marjan eingespielt hat. Darüber hinaus wurde sie durch Kooperationen mit der amerikanischen Soulsängerin Mighty Sam McClain und dem norwegischen Chor SKRUK bekannt. Mahsa Vahdat stammt aus Teheran (Iran) und lebt heute in Norwegen. Als sie dort diesen Sommer an einem neuen Album mit dem Chor SKRUK arbeitete, schlug sie als Titel „Braids of innocence“ – Zöpfe der Unschuld vor, nicht ahnend, was dieser Titel dann bei der Veröffentlichung für eine Brisanz haben würde. Vahdat ist schon seit Jahren eine jener MusikerInnen aus dem Iran, die für die Rechte der Frauen kämpfen. Die iranischen Musiker Mahsa Vahdat und Atabak Elyasi haben drei Jahre lang für Mahsa und Skruk und die Harfenistin Ellen Bodtker an diesem Projekt gearbeitet.

Mahsa hat die Melodien geschrieben, Atabak hat Gedichte und Arrangements sowie zusätzliche Melodien für den Chor geschrieben, und der Produzent Erik Hillestad hat die Gedichte ins Englische übertragen. Mahsa, SKRUK und der Verleger KKV einigten sich im Sommer auf den äußerst subtilen Titel „Braids Of Innocence“ für das Album. Alle hielten es für etwas Besonderes. Aber das war vor dem 18. September, als Mahsa Amini von der Sittenpolizei in Teheran ermordet wurde, weil ihr Schleier ihre Zöpfe nicht ausreichend verdeckte.

Auf „Braids Of Innocence“ finden sich auch einige andere Lieder, die für die erste von Frauen angeführte Revolution der Welt, den Freiheitskampf im Iran, von großer Bedeutung sind: „Die Tyrannen werden verlieren“, „Ich bin frei gekommen“, „Wakeful night“ und das Eröffnungsstück „A thousand birds will chant your song“ sind allesamt Gedichte und Melodien, die genau den Kern dieses Themas treffen. Zwei weitere Dichter sind ebenfalls auf der Platte vertreten: der Klassiker Rumi und der zeitgenössische Dichter Mohammad Ibrahim Jafari.

Mahsa und Atabak bezeichnen sich selbst als „liberale Traditionalisten“, und die Musik auf dem Album ist daher ein besonderes Genre. Der Dirigent von SKRUK, Per Oddvar Hildre, beschreibt sie als Klanggemälde. Ellen Bodtkers Harfe steht im Mittelpunkt der Klangpalette von Solisten und Chor, wobei Atabaks Harmonien mit den meisten Regeln für Chorarrangements brechen. Der übergeordnete Effekt ist sowohl ungewöhnlich als auch von außerordentlicher Schönheit.

Mahsa Vahdat & Shruk: „Braids Of Innocence“ ist auf dem Label Kirkelig Kulturverksted erschienen im Vertrieb von Indigo.

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