Das Rheingau Musik Festival 2020: Unsere Tipps für Pop & Jazz

Das Rheingau Musik Festival 2020: Unsere Tipps für Pop & Jazz

Der Sommer 2020 kann kommen. Das Festival-Programm verspricht reihenweise musikalische Highlights. Das Rheingau Musik Festivals (RMF) 2020 vom 20. Juni bis zum 5. September steht in diesem Jahr ganz im Zeichen von „Freiheit“ als Leitgedanke. Als Artist in Residence präsentiert Lisa Batiashvili Musik von Bach bis Arvo Pärt. Die Sopranistin Julia Lezhneva wird als Fokus-Künstlerin mit Musik von Bach bis Rachmaninow zu erleben sein. Gabriela Montero ist in diesem Jahr Composer & Artist in Residence. Ihr Programm umfasst Eigenkompositionen sowie Werke von Mozart bis Alfred Schnittke.

Als Fokus Jazz-Künstler wird der deutsche Schlagzeuger Wolfgang Haffner in unterschiedlichen Formationen gleich mehrfach auftreten. Daneben steht der 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven im Mittelpunkt des Programms. Das stets hochkarätig besetzte Veranstaltungsprogramm bietet mehr als 140 Konzerte, wie Geschäftsführer Michael Herrmann im Vorwort zum Programmheft ankündigt. Die Klassik bildet traditionell den Schwerpunkt des Festivals. Wir wollen uns hier auf die Jazz- und Pop-Konzerte beschränken. Der Vorverkauf  für den 33. Festivalsommer läuft bereits.

Die wegotmusic.de-Tipps im Einzelnen

Nach seiner Clubtour im Frühjahr mit dem Auftritt im Frankfurter Gibson kommt Michael Schulte im Sommer zu Open-air-Konzerten. Beim Rheingau Musik Festival spielt er am 24.6. im Hof von Schloss Johannisberg. Tags darauf (25.6.) werden Oldie-Fans und Nostalgiker auf ihre Kosten kommen. Die legendäre Band Smokie, die in den 70er Jahren mit Songs wie „Living Next Door to Alice“, „Lay Back in the Arms of Someone“, „Mexican Girl“ und „It’s Your Life“ ihre großen Erfolge feierte hat im Cuveehof von Schloss Johannisberg ihren Auftritt. Britischer Pop-Rock mit hohem Mitsing-Faktor ist garantiert.

Einer der besten und coolsten Schlagzeuger Deutschlands ist gewiss Wolfgang Haffner. Seine illustre Karriere startete mit 18, als er von Jazz-Legende Albert Mangelsdorff in dessen Band geholt wurde. Die Liste der Musiker mit denen Wolfgang Haffner inzwischen gespielt und aufgenommen hat, ist schier endlos. Beim RMF ist Haffner Fokus Jazz-Künstler mit mehreren Auftritten. Am 26.6. spielt Haffner mit seiner All Star Band, bestehend aus Max Mutzke, Thomas Quasthoff, Bill Evans, Randy Brecker, Lars Danielsson und Simon Oslender anlässlich der Friday Night in J’berg im Cuveehof auf Schloss Johannisberg.

Am Sonntagmorgen (28.6.) um 11 Uhr zur Jazz-Matinee wird es jazzig aber nicht nur, wenn die norwegische Sängerin Silje Nergaard auf der Bühne im Cuveehof von Schloss Johannisberg stehen wird. Sie gehört zweifelsohne zu den besten und auch erfolgreichsten Jazzkünstlerinnen Skandinaviens.15 Alben in 27 Jahren: Silje Nergaard ist ein alter Hase im Jazzgesang. Ihre Stimme ist wunderbar klar. Die hr-Bigband ist Stammgast beim RMF und begleitet die sympathische Norwegerin, die 2020 ihr dreißigjähriges Bühnenjubiläum feiert.

Mit Ute Lemper kommt am 3.7. eine alte Bekannte ins Wiesbadener Kurhaus. „Rendezvous with Marlene“ ist der Abend überschrieben. Das Publikum darf sich auf eine große Hommage an Marlene Dietrich freuen.

Im wundervollen Ambiente von Schloss Vollrads – genauer, in den Gärten ringsum, findet am 9.7. zum wiederholten mal die legendäre Ladies Night statt. Diesmal besonders prominent besetzt: Da ist zunächst Indra Rios-Moore, die Sängerin mit afro-amerikanischen/puertorikanischen Wurzeln und einer Stimme wie Milch und Honig. Ihre warme Jazzstimme und ihre ebenso klugen wie seelenvollen Interpretationen ungewöhnlicher Songs lassen aufhorchen. Hinzu kommen ein großartiges Timbre und ein ausgesprochen feiner Sinn für Dynamik. Im zweiten Teil des Konzerts folgt dann Lisa Simone, Tochter der legendären Sängerin, Pianistin und Songwriterin Nina Simone. Sie hatte es wahrlich nicht leicht in ihrem Leben. Heute hat sie es geschafft, ist aus dem Schatten der weltbekannten, übermächtigen Mutter herausgetreten. Lisa Simone vermischt federleicht und doch tiefgründig Jazz, Blues, Soul und Pop mit afrikanischen Einflüssen – und überzeugt mit grandios kraftvoller Stimme und intelligenten Lyrics. Mama Nina wäre stolz gewesen!

Al di Meola braucht man nicht mehr lange vorzustellen. Der Gitarrist ist weltbekannt. 2014 verzückte er mit einem famosen Auftritt im Wiesbadener Kurhaus seine Fans. „Beatles & More“ hieß damals das Motto. Diesmal heißt es „Across the Universe“. Mit seinem Quartett kommt er am 16.7. nach Frankfurt ins Kongresshaus Europa.

Angélique Kidjo aus Benin hat sich als Nachfolgerin Miriam Makebas von der Femme fatale des Afro-Funk zur neuen Mama Africa gewandelt. Dabei bleibt sie unberechenbar. Drei Grammys hat sie gewonnen. In Deutschland wurde Kidjo schon vor 25 Jahren mit ihrem Welthit „Agolo“ bekannt. Seitdem hat sie sich immer weiter entwickelt, hat im Rahmen der Weltmusik Neuland betreten und viel ausprobiert. Jetzt ist sie unterwegs auf den Spuren ihrer großen Heldin, der kubanischen Salsa-Königin Celia Cruz. Zu hören ist die Ausnahmesängerin Angélique Kidjo am 31.7. im Wiesbadener Kurpark.

Smart, lässig, erfolgreich: Till Brönner vereint auf und abseits der Bühne Charme und Talent. Er ist die deutsche Antwort auf Chet Baker. Der rheinische „Jazz-Trumpet-Gentleman“ gilt inzwischen als erfolgreichster deutscher Vertreter des amerikanischsten aller Musikstile. Zweimal hat der Jazzer schon vor Barack Obama im Weißen Haus gespielt – und mit seinem Gesamtpaket aus Lässigkeit und Coolness füllt er weltweit die Konzerthallen. Beim RMF ist Till Brönner schon seit Jahren ein gern gesehener Gast. Am 1.8. ist er samt Band im Kurpark zu hören.

Kaum zu glauben, doch Candy Dulfer feierte 2019 ihren 50. Geburtstag und ist seit fast 30 Jahren auf allen Bühnen der Welt zuhause. Von keinem Geringeren als Prince stammt das Bonmot „When I need sax, I call Candy“, und das tat er oft und gerne immer wieder. Kein Wunder, ist Candy Dulfer heute die bekannteste Saxofonistin zwischen Jazz und Funk, die nicht nur von Prince hoch geschätzt wurde, sondern auch von Maceo Parker, Van Morrison, Beyoncé oder Dave Stewart, an dessen Seite sie Ende der achtziger Jahre mit dem Welthit „Lily Was Here“ geradezu kometenhaft aufgestiegen war. Sie wird bei der Funknight im Kurpark am 2.8. sicherlich für viel Stimmung sorgen.

Und noch mal Wolfgang Haffner: Am 12.8. wird er zusammen mit Michael Wollny (Piano, Keyboards) und Christopher Dell (Vibrafon) in der Lokhalle in Mainz gastieren. Schließlich wird Wolfgang Haffner dann noch zum Abschluss der Reihe Fokus Jazz am 28.8. im Wiesbadener Kurhaus ein ganz besonderes Konzert geben und zwar im Rahmen einer „Drum Night“. Mit dabei sind dann: Benny Greb (Drums), Rhani Krija (Percussion), Bruno Müller (Gitarre) und Claus Fischer (Bass).

DIE KONZERTE IM ÜBERBLICK

24.6. Michael Schulte: Highs & Lows, Schloss Johannisberg, Cuveehof
25.6. Smokie, Schloss Johannisberg, Cuveehof
26.6. Friday Night in J’Berg: Wolfgang Haffner All Star Band, Schloss Johannisberg, Cuveehof
28.6. Jazz-Matinee: Silje Nergaard/hr-Bigband, Schloss Johannisberg, Cuveehof

03.7. Ute Lemper: Rendezvous with Marlene, Kurhaus Wiesbaden
09.7. Ladies Night: Indra Rios-Moore und Lisa Simone, Schloss Vollrads Seebühne
10.7. Jazz & More Vocal Sampling, Schloss Vollrads Seebühne
16.7. Jazz & More Al di Meola & Friends, Kongresshaus, Messe Frankfurt
31.7. Jazz & More Angelique Kidjo: Celia, Kurpark Wiesbaden

01.8. Jazz & More Till Brönner & Band, Kurpark Wiesbaden
02.8. Jazz & More Candy Dulfer & Band: Funknight, Kurpark Wiesbaden
12.8. Fokus Jazz Wolfgang Haffner mit Michael Wollny (Piano) und Christopher Dell (Vibraphon), Mainz, Alte Lokhalle
15.8. Jazz & More, Laith Al-Deen & Band, Schlossfest Schloss Vollrads
28.8. Focus Jazz Wolfgang Haffner, Drum-Night, Kurhaus Wiesbaden

Weitere Informationen und Karten im Vorverkauf gibt es auf der rheingau-musik-festival.de – der Vorverkauf hat bereits begonnen!