Wolfgang Sandner über die Glorreichen Siebzehn

Wolfgang Sandner über die Glorreichen Siebzehn

Die hr-Bigband gilt heute als eine der weltweit besten Formationen ihrer Art und deckt mittlerweile ein umfangreiches Spektrum an Stilen und Genres ab. Der langjährige Musikredakteur der FAZ, Wolfgang Sandner, gewährt dem Leser in seinem Buch „Die Glorreichen Siebzehn“ einen tiefen (Ein-)Blick hinter die Kulissen der Band.

Wer diese Ausnahmemusiker sind, was sie zusammenhält und wer im Hintergrund die Fäden in der Hand hält, wird in diesem Text- und Bildband in zahlreichen, gut recherchierten Porträts beleuchtet. Auf hohem sprachlichen Niveau und umfassendem musikalischem Hintergrundwissen gelingt Sandner das Kunststück, eine Band, die sich eigentlich über Melodien und Sound definiert, auch verbal glänzend in Szene zu setzen. Wolfgang Sandner hat als langjähriger Begleiter der Arbeit der hr-Bigband eine Serie über die Musiker in der FAZ geschrieben. Dank der Unterstützung der Freunde und Förderer der hr-Bigband konnte daraus nun dieser gelungene Band entstehen.

Eine Bigband ist in erster Linie ein Team. Wer wollte dies leugnen. Ihr Renommee hängt von allen Spielern ab; vom Bassisten, der immer wichtig ist, auch wenn er öffentlich kaum wahrgenommen wird; vom Bassposaunisten, wenn er die Harmonien des Bläsersatzes stützt; und von den hohen Trompetern sowieso, die nicht an der Rampe stehen, den Klang jedoch auf die Spitze treiben. Man muss alle Musiker im Blick haben. Zusammen sind sie das „Big“ in der Band. Die hr-Bigband ist ohne Übertreibung ein Eliteorchester des Jazz in Europa. Siebzehn individuelle Musiker, die den Ruf des Kollektivs mitbestimmen. Ausführlich gewürdigt wird die Bandgeschichte, über die Jahre herausgebrachte Projekte, eine Discografie von 2000 bis 2018 und eine Begleit-CD„Barefoot Dances And Other Visions“ von Jim McNeely, die eine Hommage an die einzelnen Musiker der hr-Bigband ist. Hinzu kommen zahlreiche Fotos von Helmut Fricke und Oliver Leicht, die „Die glorreichen Siebzehn“ gleichermaßen zu einer Bildgeschichte der Bigband machen. Der Band beschert viel Lesevergnügen und Augen- und Ohrenschmaus für Jazzfreunde und ist uneingeschränkt zu empfehlen.

Wolfgang Sandner: „Die Glorreichen Siebzehn“ Societäts-Verlag, 128 Seiten, Hardcover + CD

 

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