Ein norwegisches Piano-Trio mit viel Potenzial

Ein norwegisches Piano-Trio mit viel Potenzial

Bands wie die von Esbjörn Svenson, Martin Tingvall oder Jacob Karlzon haben deutliche skandinavische Akzente gesetzt. Das Debütalbum des norwegischen Oddgeir Berg Trios führt diese Tradition mit ganz eigenen Mitteln fort. In der Vergangenheit waren die Mitglieder des Trios meist im Hintergrund aktiv, haben als Session-Musiker den Live- und Studio-Sound skandinavischer Kollegen geprägt. Jetzt also stehen sie selbst im Fokus. Und die drei Musiker, Oddgeir Berg (Piano), Karl-Joakim Wisløff (Bass) und Klaus Robert Blomvik (Schlagzeug) machen ihre Sache gut.

„Before Dawn“ heißt ihr Opus, darauf zu hören ist eine Mischung mit vielen musikalischen Zutaten. Fusion-Sequenzen münden da in klassische Improvisationen, treibende Breakbeats und ein federnder Walking-Bass stehen sich dabei nicht im Weg. Im Gegenteil: Tradition und Moderne vertragen sich bestens. Inspirationsquellen, ja, die gibt es, wie Pianist Oddgeir Berg freimütig einräumt. Keith Jarrett und McCoy Tyner, Herbie Hancock und EST heißen die großen Vorbilder.

Akustisches Musizieren ist angesagt. Doch ab und an werden auch elektronische Hilfsmittel eingebunden. Sie ergänzen und verfremden den Sound und setzen interessante Akzente. Zum Beispiel, wenn Oddgeir Berg im Playback-Verfahren zur eigenen Piano-Begleitung musiziert. Einige Stücke haben überdies ausgesprochen melodisches Potenzial und Anklänge an nordische Volkslieder sind durchaus gewollt. Berg ist übrigens der Komponist sämtlicher elf Stücke und meist hält er auch musikalisch das Heft in der Hand, wobei ihn seine Mitstreiter vortefflich unterstützen.

Dieses Trio ist ohne Zweifel eine Bereicherung in der wahrlich nicht armen Trio-Landschaft. Da capo.

Oddgeir Berg Trio: „Before Dawn“, Ozella Music im Vertrieb von Galileo.

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