Rhoda Scott spielt wie der Teufel

Rhoda Scott spielt wie der Teufel

An der Orgel gibt Rhoda Scott alles. Die Amerikanerin und Wahl-Französin ist eine der wichtigsten Organistinnen, die es je im Jazz gegeben hat. Bis heute ist die fast 80-Jährige aktiv und hat mit ihrer reinen Frauen-Band gerade ein neues Album veröffentlicht, Titel: „We Free Queens“. Großzügig lässt sie ihren Musikerinnen vom Lady Quartett Raum, für Soli wie für deren Eigenkompositionen. Schon mit sieben spielte sie die Orgel in der Kirche ihres Vaters in New Jersey. Im Laufe ihrer Karriere spielen immer wieder Gospel, Blues, Klassik oder Jazz eine große Rolle. An der Hammondorgel wurde die Musikerin zur Legende. 1969 ließ sich Rhoda Scott dann endgültig in Frankreich nieder.

„La femme aux pieds nus“ – wie Rhoda Scott auch genannt wird – weil sie barfuß die Pedale an der Orgel bedient, wurde nie so bekannt wie ihre fast ausschliesslich männlichen Kollegen. „Ich spielte mein Leben lang die Hammondorgel, die Hammond B3“, sagte sie einmal in einem Interview.

Ihr neues Album enthält acht groovige Kompositionen, deren Grundlagen auf Jazz, Soul, Blues und Gospel basieren. Die Besetzung aus Orgel, Saxofonen und Schlagzeug klingt kraftvoll und originell und garantiert geballte Frauenpower. Als einziger Mann ist Trompeter Julien Alour von der Partie, der unter anderem im Stück „One By One“ (eine Wayne Shorter-Komposition) solistisch glänzt. Als Rausschmeißer fungiert der Ray Charles-Hit „What I’d Say“. Insgesamt eine feine Scheibe.

Anspieltipps: „We Free Queens“, „One By One“ und „Joke“.

Rhoda Scott Lady Quartet: „We Free Queens“ ist auf dem Label Sunset-Records erschienen.

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