David Virelles: Der ganze Reichtum afro-kubanischer Musik

David Virelles: Der ganze Reichtum afro-kubanischer Musik

Improvisation und Abstraktion stehen im Mittelpunkt der Musik von David Virelles. Der 34-Jährige, in der Jazzszene derzeit ein gefragter Pianist, stammt aus Kuba, wohnt in Brooklyn und erforscht seine kubanischen Wurzeln. In Kuba suchte er vor Ort nach Formen von Folklore in rituellem Kontext der Abakuá, einer Geheimgesellschaft mit westafrikanischen Wurzeln.

Sein jüngstes Werk „Gnosis“, eine weit ausholende Arbeit mit tiefen kulturellen Wurzeln, erzählt von Transkulturationsprozessen und Traditionen, und vom komplexen Reichtum der kubanischen Musik – der sakralen, der weltlichen und der rituellen. Streicher, Holzbläser und Perkussion haben alle ihre unterschiedlichen Rollen in „Gnosis“. So entsteht eine Dynamik und eine multikulturelle Interaktion. Was den Jazz betrifft, so zählten Thelonious Monk, Bud Powell und Andrew Hill zu Virelles’ ersten prägenden Einflüssen. Er ist, das muss man sagen, sehr versiert in der Kunst der Improvisation.

Der britische Guardian spricht bei „Gnosis“ von einem „jazz-getränkten Weltmusik-Projekt“, wobei Virelles‘ variables Klavierspiel und der Gesang und die Percussion von Román Díaz, einer prägenden Figur in der Überlieferung der afro-kubanischen Musikgeschichte, im Zentrum des Geschehens stehen. „Gnosis“ wurde im Mai 2016 in den New Yorker Avatar Studios aufgenommen und von Manfred Eicher produziert.
Entstanden ist ein Hörabenteuer aus ungewöhnlichen Klangwelten.

Virelles, der sich der unterschiedlichsten kubanischen Quellen bedient, sagt, dass ihn beim Schreiben der Musik für dieses Album Amadeo Roldán und Alejandro Garcia Caturia beeinflusst haben, zwei Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts, die als Erste das afrokubanische Perkussionsarsenal in ihre Orchestersätze einbanden.

Unser Fazit: Diese Musik klingt wirklich neu, obwohl David Virelles tief in der afro-kubanischen Musik verwurzelt ist.

David Virelles: „Gnosis“ ist bei ECM erschienen.

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