Caterina Valente: Auch im Jazz eine Größe

Caterina Valente: Auch im Jazz eine Größe

Caterina Valente ist einem großen Publikum in Deutschland als Schlagersängerin, Schauspielerin und Allround-Entertainerin bekannt. Dabei präsentierte sich die talentierte Italienerin zu Beginn ihrer Karriere auch als höchst überzeugende Jazz-Sängerin. Anfang der 1950er Jahre lud sie der damalige Leiter des SWF-Tanzorchesters, Kurt Edelhagen, zu mehreren Engagements und Produktionen nach Baden-Baden ein. Es entstanden Aufnahmen in wechselnden Besetzungen, die Valente als Meisterin des swingenden Gesangs zeigen. Ihre mitreißenden Scat-Improvisationen, ihr perfektes Timing und tiefes Bluesfeeling weisen sie als Vokalistin von internationalem Format aus. In Jazzkreisen berühmt geworden ist eine SDR-Aufnahme von 1955, die sie als Gast des Chet Baker Quartetts zeigt. Sie ergänzt die bisher teils unveröffentlichten Einspielungen unter Edelhagen auf einem neu erschienenen Album mit dem Titel „The Jazz Singer“. Eine Schatztruhe mit lauter feinen Standards und Songs, die der Valente quasi auf dem Leib geschrieben sind. Valente präsentiert auf 18 Tracks der Jahre 1954/55 zusammen mit ihrem Bruder, dem Klarinettisten und Gitarristen Silvio Francesco, mit Allstar-Bands sowie mit Orchestern unter der Leitung von Kurt Edelhagen und Erwin Lehn die ganze Bandbreite ihres Könnens.

Die inzwischen 87-jährige Caterina Valente ist ein Multitalent. Sie gehört zu den Hochbegabten des Showbusiness. Sie sprach schon in jungen Jahren sechs Sprachen, konnte tanzen, war Schauspielerin, Entertainerin, spielte Gitarre und konnte vor allem singen. Die darstellenden Künste waren von Kindesbeinen an ihr Lebensinhalt. Sie hatte auch später nie Berührungsängste mit dem Entertainment und schaffte es stets mit überzeugender Leichtigkeit, die Grenzen zwischen den Genres zu überschreiten. In den USA erlebte man sie an der Seite von Bing Crosby, Chet Baker, Perry Como und Danny Kaye, in Deutschland mit Hans Rosenthal, Peter Frankenfeld und in den späten 1960er-Jahren sogar in einer eigenen Fernsehshow mit dem Titel „Bonsoir, Kathrin“.

Dass die höchst vielseitige Künstlerin zugleich eine erstklassige Jazzsängerin war, die zu phrasieren weiß und jedes Timing drauf hatte und die keine Vergleiche mit den US-Größen Ella Fitzgerald, Anita O’Day oder Sarah Vaughan zu scheuen brauchte, ist weniger bekannt. Das jetzt vorliegende Album „The Jazz Singer“ aus den 50er Jahren ist der beste Beweis, das die Valente auch im Jazzfach eine ganz Große war.

Caterina Valente: „The Jazz Singer“ ist auf dem Label SWR Jazzhaus im Vertrieb von Naxos erschienen.

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