Aaron Parks’ brillantes Pianotrio

Aaron Parks’ brillantes Pianotrio

Drei weibliche Jazzikonen standen dem Pianisten Aaron Parks, der sich als Sideman von Terence Blanchard und Kurt Rosenwinkel bereits einen Namen gemacht hat, bei seinem neuen Album „Find The Way“ Pate: Alice Coltrane, Rosemary Clooney und vor allem Shirley Horn. So ist der Song „Alice“ eine Verbeugung vor Alice Coltrane und gleichzeitig eine aufregende Einstiegs-Nummer. Zu den großen Vorbildern von Parks zählt gewiss auch die Sängerin und Pianistin Shirley Horn. Deren Kunst, einzelne Noten in der Luft hängen zu lassen und damit der Musik mehr Raum zu geben, beherrscht auch er. Von einer anderen großen Jazzsängerin, Rosemary Clooney, ließ er sich beim Titelsong des Albums inspirieren. „Find The Way“ ist so gesehen ein klassisches Pianotrio-Album geworden.

Und natürlich ist Parks ein brillanter Pianist, der seine Virtuosität aber nie vordergründig inszeniert. Im Gegenteil, sein einfühlsames Spiel setzt klar auf Vollkommenheit und Inspiration. Für die Einspielung des Albums tat sich der junge Pianist mit Bassist Ben Street und Schlagzeug-Altmeister Billy Hart zusammen.

Vom melodisch-imposanten Opener „Adrift“ bis zur Schlussnummer „Find The Way“ gelingt dem Trio rhythmisch komplexe Musik der Extraklasse. „Melquiades“

ist eine besonders interessante Komposition, die nach einer Figur aus Gabriel Garcia Marquez’ Bestseller „Hundert Jahre Einsamkeit“ benannt ist. In „Hold Music“ zeigt Billy Hart wie vielfältig Trommeln klingen können. Eine Lehrstunde! Und Ben Street ist ein Bassist mit sehr viel Gestaltungskompetenz.

Neun Titel umfasst das Album insgesamt. Darauf hat der amerikanische Jazzpianist Aaron Parks in der Tat mit seinen Kompositionen und Improvisationen stets viel zu erzählen. Und seine formidablen Begleiter begegnen ihm auf Augenhöhe.

Aaron Parks: „Find The Way“ ist auf dem Label ECM erschienen.

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