Frischer Trio-Jazz von Omer Klein

Frischer Trio-Jazz von Omer Klein

Leichtigkeit, Humor und Ironie durchziehen das neue Album „Sleepwalkers“ von Omer Klein wie ein roter Faden. Hinzu kommt die bildgewaltige musikalische Sprache. Wie schon beim Vorgänger „Fearless Friday“ aus dem Jahr 2015 arbeitete Klein wieder mit seinem angestammten Trio. Mit Haggai Cohen-Milo (Bass), der heute in New York lebt und dem in Tel Aviv wohnenden Amir Bresler (Schlagzeug) verbindet Omer Klein (derzeitiger Wohnort Düsseldorf) eine lange musikalische Geschichte und Freundschaft. Ihre Wege haben sich schon vor Gründung des Omer Klein Trios immer wieder gekreuzt. Sei es in den USA, sei es bei Konzerten und in Masterklassen in Israel und auf Tourneen durch Europa.

13 Originalkompositionen Kleins sind auf „Sleepwalkers“ zu hören. Anklänge an Komponisten der Romantik sind darin ebenso zu entdecken wie singbare, teils folkloreartige Melodien und natürlich Jazz amerikanischer, aber auch europäischer Prägung. Der emotionale Ausdruck ihres Modern Jazz steht bei den drei Musikern eher im Mittelpunkt als eine spieltechnische Virtuosität.

Klein wuchs in Netanja (Israel) auf, gab schon mit 16 Jahren erste Konzerte und zog, gerade einmal 23, nach Boston. Und von da, wie kann es auch anders sein, nach New York. Er studierte am New England Conservatory in Boston bei Danilo Perez sowie in New York bei Fred Hersch.

Kleins Modern Jazz klingt unverbraucht und frisch. Eine Besonderheit ist seine Auslegung des Modern Jazz – immer wieder garniert mit Elementen der jüdischer Musiktradition. Die Stücke folgen festen Abläufen, sie sind genial arrangiert. Er und seine Musiker sind ein eingespieltes Team. Wie sie intuitiv miteinander kommunizieren und miteinander in eine magische musikalische Sphäre eintreten, ist beeindruckend. Darin liegt ihre große Stärke. Fazit: Ein Trio-Album der Extraklasse.

Omer Klein: „Sleepwalkers“ erschienen bei Warner

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