Ringsgwandl präsentiert sich als stiller Poet

Ringsgwandl präsentiert sich als stiller Poet

Vielen ist der Kabarettist und Liedermacher Georg Ringsgwandl ein Begriff. Etliche Alben hat das bayerische Genie bereits eingespielt und auf Tournee ist er auch regelmäßig. Somit gilt der Herr Doktor als alter Hase – sein erstes Album erschien übrigens 1986. Das neue Werk des Meisters des Minimalen heißt „Woanders“. Die Idee dazu hatte Ringsgwandl bereits vor fünf Jahren. Hausmusik, unverstärkt und schrammelnd im heimischen Wohnzimmer aufgenommen sollte es sein – und ist es geworden. In sechs Tagen waren die Aufnahmen im Kasten. Ringsgwandl beherrscht wirklich, mit einem minimalen Stimmumfang einen Song einfach überzeugend rüber zu bringen. Doch schräg, wild geschminkt und exzentrisch war gestern. Der rockende Ex-Kardiologe aus Oberbayern lässt es auf „Woanders“ eher melancholisch angehen, bleibt insgeheim ein stiller Poet. Und man entdeckt bei genauem hinhören, er hat lange an einem neuen Sound gearbeitet und der ist gelungen. Geblieben sind die seltsamen Geschichten und ungewöhnlichen Sprachbilder. Man könnte das Album durchaus als reifes Alterswerk bezeichnen, mit ruhiger Leichtigkeit produziert und mit akustischen Instrumenten aufgenommen. Die elf Songs haben es in sich, bieten kompakte Poesie mit Texten von teilweise literarischer Qualität. Die Musik: grandiose Chöre wechseln sich ab mit starken Grooves und dem Klang diverser Saiteninstrumenten. Insgesamt ein durchdachtes Album, das es lohnt genau hinzuhören und nebenbei dazu anregt über so manche Strophe nachzudenken.

Derzeit tourt der Doc mit seiner Band durch deutsche Lande. Neben Ringsgwandl, Gesang, Zither, Gitarre und Keyboard sind dies Daniel Stelter, Gitarre und Mandoline, Christian Diener, E- und Kontrabass, sowie Tommy Baldu, Schlagzeug. Im Rhein-Main-Gebiet spielt er 2017 am 10.3. in Mainz (Frankfurter Hof), 23.5. in Rüsselsheim und am 28.10 in Darmstadt.

Ringsgwandl: „Woanders“ erschienen bei Blanko Musik/Sony Music

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