Dhafer Youssef: Kosmopolit mit arabischen Wurzeln

Dhafer Youssef: Kosmopolit mit arabischen Wurzeln

Die Mischung macht’s. Auch bei Dhafer Youssef ist das so. Sein Gesang, der in islamischen Traditionen wurzelt, zeichnet sich durch seine spirituelle Aura aus.

Youssefs Stärke ist die musikalische Offenheit, die stilistische Eigenwilligkeit und die kulturelle Exotik. Diese drei Faktoren lassen sich gut mit kammerjazzigen Projekten mitteleuropäischer Herkunft verknüpfen. Und so fand er bald schon seinen Platz in der Oud-Riege neben Anouar Brahem und Rabih Abou-Khalil.

Dabei ist der gebürtige Tunesier Dhafer Youssef ein Kosmopolit, einer, der in der aktuellen Elektro-World-Szene ganz vorne mitspielt. Er lebte eine Zeit in Graz und Wien, dann in Barcelona, Berlin, New York, Marokko, Dakar, daraufhin wieder in Österreich. Derzeit ist er in Paris ansässig. Ein umtriebiger Künstler der stets die verbindende Kraft des Jazz nutzt. Auf seinem aktuellen Album „Diwan of Beauty & Odd“ versöhnt er die sehr unterschiedlichen Musiktraditionen des Orient und des Okzident auf kongeniale Weise miteinander. Die CD – seine siebte – ist ein lang gehegter Traum von ihm. Seinen Gesang sowie die Oud-Parts – die Oud ist eine arabische Kurzhalslaute – hat Dhafer Youssef in Göteborg vorproduziert, um sie dann zusammen mit dem von ihm hoch geschätzten Pianisten Aaron Parks, dem Bassisten Ben Williams und dem Schlagzeuger Mark Guiliana im Studio in New York einzuspielen. Als Gast wirkt dann noch bei einigen Stücken der Trompeter Ambrose Akinmusire mit. Drei der 13 Titel sind dem Dichter Al Akhtal gewidmet, der im siebten Jahrhundert gelebt hat. Al Akhtal ist bis heute im arabischen Raum, insbesondere in Syrien ein hochgeschätzter Mann. Er war ein Christ und ein Hedonist, der gutes Essen und Wein schätzte, darum nie Moslem werden wollte und das war damals durchaus möglich, ohne den Kopf zu verlieren.

Dhafer Youssef ist ein Weltbürger mit arabischen Wurzeln. Inzwischen zählen Bill Laswell, Nils Petter Molvaer, Bugge Wesseltoft, Markus Stockhausen, Paolo Fresu, Jack DeJohnette, Wolfgang Muthspiel, Nguen Le, und Mino Cinelu zu seinen Kollaborateuren. Und Youssefs Musik ist eine einzigartige Mischung aus Jazz und arabischen Melodien. Ein sehr abwechslungsreiches Album mit Tiefgang.

Dhafer Youssef: „Diwan of Beauty & Odd“, (Okeh/Sony Music)

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