Sternstunde des Jazz – spontan eingespielt

Sternstunde des Jazz – spontan eingespielt

Einfach spielen, ohne große Vorbereitung. Kann das gut gehen? Wenn drei Könner am Werk sind, dann ja. Und in diesem Fall ist sogar eine Sternstunde des Jazz dabei herausgekommen.

Die Geschichte en detail: Am 3. April 2014 gingen in Kopenhagen mit dem norwegischen Saxofon-Shooting Star Marius Neset, dem schwedischen Meister-Bassisten Lars Danielsson und dem dänischen Schlagzeuger Morten Lund drei Brüder im Geiste ins Studio. Es gab keine Probe nur der Wille der Musik Raum und Freiheit zu geben. Das so entstandene Album, klingt nach mehr, extrem facettenreich, leicht und gleichzeitig groovend, in unglaublich vielen Farben schillernd. Mit einem Wort: Jazz at it’s best. Morten Lund beschreibt die Situation wie folgt: „Ich spürte sofort, dass wir alle drei dieselbe Leidenschaft für das Unvorhergesehene haben, sich dem Moment hinzugeben und zu sehen, was passiert.“ Und Lars Danielsson ergänzt: „Es lief alles total reibungslos. Das Beste an improvisierter Musik ist der Flow und den haben wir vom ersten Stück an gespürt.“

Ein akustisches Trio, das quasi live aufnahm. Keine späteren Nachbearbeitungen oder Verbesserungen, bis auf kleine Ausnahmen: Eine zweite Saxophon-Stimme in „Evening Song For B“ und von Danielsson kreierte programmierte Harmonien. Das war’s auch schon. Was dieses Album so outstanding macht sind das sichere Timing und das feine Gespür für Dynamik. Hinzu kommt die explodierende Spielfreude der drei Musiker. Acht famose Stücke enthält die CD „Sun Blowing“.

Die einzige Fremdkomposition ist der von Don Grolnick geschriebene Song „The Cost of Living“, mit dem sich die drei vor dem 2007 viel zu früh verstorbenen US-amerikanischen Tenorsaxofonisten Michael Brecker verneigen, der das Stück einst für sein Debütalbum einspielte.

Fazit: Dieses spontane Werk bietet genussvollen Jazz vom Feinsten. Keine Füllsel, keine überflüssigen Passagen, alles genau auf den Punkt gebracht. Großartig!

Danielsson/Neset/Lund: „Sun Blowing“ ist bei ACT erschienen.

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