Monty Alexander beim Montreux Festival 1976

Monty Alexander beim Montreux Festival 1976

Als der Produzent Hans Georg Brunner-Schwer den Pianisten Monty Alexander auf Empfehlung Oscar Petersons unter Vertrag nahm, war dieser noch weit davon entfernt, ein Weltstar zu werden. Doch der Hobbypianist und Eigentümer der Musikproduktion Schwarzwald (MPS) erkannte das Talent des Jamaikaners sogleich. Auf der vorliegenden Live-Einspielung vom Montreux Jazz Festival „Monty Alexander Live“ aus dem Jahre 1976 zeigt sich der tastengewaltige Jamaikaner einerseits als punktgenauer und geschmackssicherer Begleiter, andererseits aber auch, als einer, der ein pianistisches Feuerwerk abbrennen kann. Doch stets, und das ist bemerkenswert, bleibt der Hörer von plumper Effekthascherei verschont.

Grandios wie Alexander bei den einzelnen Titeln die Dynamik verändert und das Trio – mit John Clayton und Jeff Hamilton an Bass und Schlagzeug – rhythmische Finessen ins Spiel bringt, als sei das alles ein Kinderspiel. Diese drei Musiker ergänzen sich perfekt. Sie hören aufeinander, sie reagieren, ziehen sich zurück, treten in den Vordergrund, lassen sich Raum und bauen wunderbare, weit gespannte Spannungsbögen auf.

Sechs Songs gibt es zu hören, darunter Ahmad Jamals „Nite Mist Blues“, Duke Ellingtons „Satin Doll“ oder Nat Adderleys „Worksong“. Der Sound ist zwar remastered, aber mit Herz und Verstand, um das musikalische Dokument zu bewahren und nicht zu zerstören. „Wir haben lediglich ein paar Alterungsspuren und kleinere klangliche Ungereimtheiten beseitigt, die mit den technischen Mitteln zur Entstehungszeit der Aufnahmen nicht in den Griff zu bekommen waren“, schreibt Dirk Sommer, Produzent der Neuauflagen dieses Konzertereignisses. Und das kommt der Neuauflage auch als CD sehr zu Gute.

Fazit: Auch nach vier Jahrzehnten ist die Magie jener Juni-Nacht am Genfer See noch zum Greifen nah. Großes Bravo!

Monty Alexander Trio: „Live At Montreux Festival“ (MPS Records) im Vertrieb von Edel:Kultur

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