Grandios: „Nearness“ von Brad Mehldau und Joshua Redman

Grandios: „Nearness“ von Brad Mehldau und Joshua Redman

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Dieses vielzitierte Bonmot gilt ganz besonders für das neue Album „Nearness“, das die beiden Ausnahme-Jazzer Joshua Redman am Saxophon und Brad Mehldau am Piano zusammen aufgenommen haben. Jeder für sich ist ein grandioser Künstler, doch im Zusammenspiel ergeben sich völlig neue Eindrücke.
„Nearness“ ist ein Live-Album, aber kein typisches. Es enthält Aufnahmen der jüngsten Europa-Tournee beider Musiker, darunter Eigenkompositionen wie „Old West“ oder „Mehlsancholy Blues“, aber auch ein paar wunderbar interpretierte Standards wie Thelonious Monks „In Walked Bud“ oder „The Nearness Of You“. Dass die Songs vor Publikum eingespielt wurden, bemerkt man in den meisten Fällen erst, wenn sich am Ende der sechs Stücke der Applaus über Redman und Mehldau ergießt. Und das zurecht.
Der Titel indes ist klug gewählt. Denn Nähe ist das, was man zwischen Akkorden, Melodien und Bluenotes vernehmen kann, wenn man nur ganz genau hinhört. Beide Musiker verstehen sich blind, stellen sich mit ihrem Spiel auf einander ein – und ergänzen sich perfekt in ihrem Schaffen. Die Zusammenarbeit beider Künstler geht zurück bis ins Jahr 1994, als Mehldau erstmals auf Joshua Redmans Album „Moodswing“ mit im Studio war. Seit 2008 sind beide Musiker als Duo unterwegs – und dürften mit „Nearness“ nun endlich einen Longplayer geliefert haben, auf den sich die Fangemeinde lange gefreut hat.
Joshua Redman & Brad Mehldau: „Nearness“, erschienen bei Nonesuch Records

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