The Sound of Silence: Neues Album von Marc Schmolling

The Sound of Silence: Neues Album von Marc Schmolling

Gleich vorweg gesagt: „Not So Many Stars“ ist kein vordergründiges Album. Doch es ist eine musikalische Reise, auf die es sich definitiv einzulassen lohnt: Einfühlsam. Zurückgenommen. Gefühlvoll. Aber trotzdem auch voller Energie. Dass das kein Widerspruch sein muss, beweist der Pianist Marc Schmolling auf seinem neuen Longplayer mehr als eindrucksvoll. Die zehn Songs sind ein gekonntes Spiel mit der Stille – vielleicht sogar das Ergebnis konsequenter Reduktion.

Und das in einer Zeit, in der Musik zuweilen sehr extrovertiert daher kommt. In der Lautstärke von vielen mit Qualität gleichgesetzt wird – und in der Hits auf Massengeschmack produziert in hoher Frequenz auf den Markt geworfen werden, um ihrer immer kürzeren Halbwertszeit entgegen zu wirken. Ein Teufelskreis, bei dem Eines viel zu oft auf der Strecke bleibt: Die Qualität. Doch von dieser kurzweiligen Welt ist „Not So Many Stars“ weiter entfernt als unser Sonnensystem von der nächsten Galaxie.

Jede Harmonie, jeder Akkord, jede Melodie scheint genau geplant, nichts scheint zufällig. Ganz gleich, ob als behutsam getupfte Harmoniefragmente wie beim Song „Haiku“ oder den streckenweise in aberwitzigem Tempo eingespielten Melodien bei der „Fantazie“-Trilogie. Marc Schmolling spielt gekonnt mit Dissonanzen, flechtet aber immer wieder auch gefällige Parts in seine Kompositionen ein. Dabei deckt er eine große musikalische Bandbreite ab und weiß seinen Songs immer wieder auch eine überraschende Wendung zu geben, die sich nur dann wirklich erschließt, wenn man genau hinhört.

„Not So Many Stars“ ist Musik wider den unbedachten, schnellen Konsum. Es ist ein Album, dem man sich mit Zeit und Muße nähern – und es dann in vollen Zügen genießen sollte.

Marc Schmolling: „Not So Many Stars“, erschienen bei SCHMOLLINGSTONES.

 

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