Deutschrock 2.0 – Nullzwo unter „Strom“

Deutschrock 2.0 – Nullzwo unter „Strom“

Vor Kurzem flatterte eine Postkarte in den Briefkasten der Redaktion. Eine Postkarte? Wer verschickt denn sowas noch im Jahr 2016? Wir von wegotmusic.de zum Beispiel. Aber auch die Band Nullzwo, bestehend aus Pitti Weidenhof und Dschingo Herrendienst. Die Postkarten – es folgten noch weitere – waren handgeschrieben und persönlich adressiert, nicht schlecht! Meine Aufmerksamkeit hatten die beiden Musiker damit schon einmal gewonnen. Doch dann kam das neue Album „Strom“ – und ich war gespannt, ob die Songs meine Erwartung würden erfüllen können.

Nach kurzem Durchhören ist klar: Auf „Strom“ erwartet den geneigten Hörer deutsche Rockmusik mit Tiefgang. Keine oberflächliche Fast-Food-Musik, kein tumbes Powerchord-Geschrammel, sondern vielmehr eingängige Melodien, eine sehr gelungene Instrumentierung und intelligente Texte irgendwo zwischen schönen Kindheitserinnerungen und in Melancholie verpackte Geschichten gegen den Alltagstrott oder die menschliche Neigung, die Dinge hinzunehmen, statt sie zum Besseren zu ändern. Kostprobe gefällig? „Und es ist einer dieser Tage / Und aus Tagen werden Jahre / Und dann ist es eben so / Ist es so oder so“ lautet ein Textausschnitt der Singleauskopplung „So oder so“.

Dabei kümmert sich Weidenhof um Gitarre und Bass, Herrendienst um die Drums und den deutschsprachigen Gesang. Hier und da experimentieren die beiden mit verschiedenen Effekten auf Stimme oder Schlagzeug, doch dennoch wirkt alles wie aus einem Guss.

Nullzwo: „Strom“, erschienen bei Hey!Blau Records.

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