Schinkel Trio – Beethoven meets Jazz

Schinkel Trio – Beethoven meets Jazz

Neben Köln ist zunehmend auch das benachbarte Bonn eine Schmiede was Jazzmusiker betrifft. Ausgerechnet in der Beethoven-Stadt breitet sich das Jazzvirus aus. Denken wir nur an so bekannte Namen wie die Jazz-Echopreisträger Till Brönner und Nils Wülker, die die frühere Bundeshauptstadt als Brutstätte des Jazz etabliert haben.

Mit dem Bonner Pianisten Marcus Schinkel ist nunmehr ein weiterer Hochkaräter in Erscheinung getreten. Mit seinem formidablen Trio huldigt er auf dem Album „Crossover Beethoven“ dem großen Sohn der Stadt und seiner Musik.

Dabei dient Beethoven sozusagen als Ausgangspunkt für die Höhenflüge des Trios. Aus dem berühmten Motiv der 5. „Schicksalssymphonie“ wird im Stück „Going On The 5th“ filigran in eine Fünf-Ton-Figur eingearbeitet. Bei „Der Wuth Über Den Verlorenen Euro“ werden die Leitakkorde harmonisch modernisiert und mit spannenden Rhythmen versehen.

Doch Schinkel geht auf dem Album auch ganz eigene Wege, jenseits des Mainstream-Repertoires vieler Klavierjazz-Trios: Nicht nur, dass er sich zwanglos zwischen den Genres Jazz, Klassik und Rock bewegt, er verwebt zudem sein lyrisches Klavierspiel mit verzerrten Synthesizersounds. Sein Trio gibt es seit mehr als 20 Jahren in gleicher Besetzung, mit Wim de Vries am Schlagzeug und Bas Rietmeijer am Kontrabass. Auf der CD-Einspielung ist allerdings der Kölner Bassist Fritz Roppel zu hören. Die CD schließt mit dem Titel „Ode To New Joy“ angelehnt an die 9. Symphonie und ist damit musikalisch auf der Höhe der Zeit. Schinkel ist übrigens überzeugt, dass der kreative Freigeist Beethoven, ihm seine verjazzten Stücke nicht übel genommen hätte. Warum eigentlich Beethoven? Mozarts Kompositionen waren ihm zu leichtfüßig, die von Bach zu mathematisch. Erst bei Beethovens „kraftvollen“ und „ehrlichen“ Geniestreichen fing Marcus Schinkel Feuer. „Beethoven hat einfach gerockt“, fasst der in Bonn lebende Jazzpianist seine Faszination für den großen Bonner Sohn zusammen.

Marcus Schinkel Trio: „Crossover Beethoven“ erschienen auf Bosrecords

 

 

 

 

 

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