Boogie-Wonderland: Frank Muschalle live

Boogie-Wonderland: Frank Muschalle live

Meine erste Begegnung mit dem Boogie-Woogie fand auf hoher See statt. Genauer gesagt: Auf dem Mittelmeer, auf einem Kreuzfahrtschiff. Am Piano: Axel Zwingenberger. Und ich? Stand als sechsjähriger daneben und war schwer beeindruckt, was der Mann an den Tasten aus dem Flügel herausholte. Fast dreißig Jahre später fällt mir das neue Album des Pianisten Frank Muschalle in die Hände – und wandert direkt in meinen CD-Player.

Aufgenommen wurde das Solo-Album bei einem Konzert im französischen Vannes. Und hat so ziemlich alles zu bieten, was für mich guten Boogie-Woogie ausmacht: Groovender Walking-Bass, perlende Improvisationen, eingängige Melodien. Und: Tempo. Viel Tempo. Da wäre zum Beispiel der „Slotcar Boogie“ – wie die meisten der 17 Songs des Albums – eine Eigenkomposition des Berliners. Oder „Born’s Boogie“ mit tiefem Basslauf. Doch auch die langsameren Töne haben auf „Live In Vannes“ ihren Platz. Besonders das herrlich-wiegende „Pastry“ mit passender Akkordbegleitung weiß hier zu überzeugen. Am Ende holt Muschalle noch einmal alles aus sich und seinem Konzertflügel heraus: „Splashin‘ Around With The Kids“ bildet den in aberwitzigem Tempo vorgetragenen Schlusspunkt des Konzerts.

Frank Muschalle „Live In Vannes“, erschienen bei Styx.

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