Laura Marling: Songs wie Kurzfilme

Laura Marling: Songs wie Kurzfilme

Laura Marlings aktuelles Album „Short Movie“ ist bereits das Fünfte in sieben Jahren, erstaunlich für eine junge Dame von gerade mal 25. Dabei ist es die erste CD, die sie selbst produziert hat. Und um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: es ist ein Meisterwerk. Das ist Songwriting vom Feinsten. Die britische Folk-Rock-Musikerin begibt sich auf diesem Album auf die Suche zu sich selbst und sie hat eine gute Beobachtungsgabe, sie analysiert sich und andere gleichermaßen. In ihren Songs seziert sie Beziehungen und auch spirituelle Motive bleiben nicht außen vor.

Die 13 Stücke sind weniger folkorientiert wie bei den Vorgänger-Alben, der Sound ist elektronischer geworden, sperriger und folglich auch aufregender. Von britischer Folkseligkeit kein Spur. Die neue CD beginnt mit der Trennungsstory „Warrior“ und düsterem Gitarrenspiel. „Strange“ ist eine Selbstreflexion in Sachen Liebe und im Song „Easy“ stellt sie sich die Frage „How did I get lost / Looking for God in Santa Cruz?“ „Please don’t let me bring you down“, warnt sie unverhohlen einen Liebhaber. Dabei vermitteln ihre Texte viel Sprachgefühl und die Geschichten sind meist aufwühlend, mitunter düster, immer aber packend erzählt. „Short Movie“, der Titel trifft die Sache haargenau. Denn wie in einem guten Kurzfilm bringt Laura Marling die Dinge direkt auf den Punkt. Sie gibt sich geerdet, authentisch und singt mit voller Hingabe. Ihre Texte sind tiefsinnig, die Melodien ausgereift, die Kompositionen facettenreich. Die pure Kraft der Musik und ihre einmalige Stimme stehen stets im Vordergrund. Ihre Texte sind gespickt mit tiefgründigen und einschneidenden Lebenserfahrungen. Fast alles ist möglich und machbar bei Laura Marling. Chapeau!

Laura Marling: „Short Movie“, erschienen bei Caroline Records/Virgin.

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