Bassekou Kouyaté lässt die Ngoni ungestüm rocken

Bassekou Kouyaté lässt die Ngoni ungestüm rocken

Weltmusik hat heutzutage einen hohen Stellenwert. Und Afrika ist noch immer Inspirationsquelle und Hotspot number one. Da wundert es nicht, dass ein Musiker Rock mit der afrikanischen Spießlaute macht. Sein Name: Bassekou Kouyaté. Er stammt aus Mali und gilt inzwischen als der bekannteste Botschafter der Ngoni, der afrikanischen Spießlaute. Lange Zeit war das Instrument aus dem Blickfeld geraten, die Kora, die westafrikanische Stegharfe, war einfach bekannter. In der Tradition Malis spielt die Ngoni aber eine weit größere Rolle.

Auf seiner aktuellen CD „Ba Power“ lässt Bassekou Kouyaté die Ngoni nun regelrecht rocken, er hat sie „elektrifiziert“, einen Verstärker an den schmalen Korpus angeschlossen. Für Traditionalisten gewiss ein Sakrileg (Bob Dylan weiß davon ein Lied zu singen!), aber der Musik tut dieser Schritt nur gut. Ein wahrhaft beglückender Sound. Da wird gerockt, was das Zeug hält. Mit ihren Verzerrern, Wah-Wah-Effekten und unerbittlich nach vorn treibenden Rhythmen definieren Bassekou Kouyaté und seine Mitmusiker den Afro-Rock komplett neu. Afrobeat, Jazz, Blues und Funk ergeben eine energetische Mischung, wie man sie so noch nicht gehört hat. 4 Ngonis, Calebasse, Perkussion sind die Hauptinstrumente der Band, wobei seine Frau Amy Sacko noch als Leadsängerin fungiert.

Der Albumtitel „Ba Power“ hat gleich zwei Bedeutungen: Ba ist Bambara und heißt „groß“ – und gemeint sind sowohl die starken Botschaften als auch die Power der Musik. Kouyaté hat sich illustre Gäste ins Studio geholt, die das Potenzial dieser ungewöhnlichen Band und ihren Sound noch verstärken, darunter der legendäre afrikanische Blues-Gitarrero Samba Touré, der malische Popstar Adama Yalombo, Dave Smith, der Drummer von Robert Plant, der Ausnahmetrompeter Jon Hassell und Lemonheads-Gitarrist Chris Brokaw. Produziert wurde das Album übrigens von Ex-Walkabouts-Mann Chris Eckman.

Der amerikanische Bluesgitarrist Taj Mahal beschreibt Bassekou Kouyaté als „ein Genie und den lebenden Beweis dafür, dass der Blues aus der Region von Segou in Mali kommt“. Der Vater des westafrikanischen Blues, sein Landsmann Ali Farka Touré nannte ihn einst einen „rohen afrikanischen Diamanten“ und ließ sich von ihm auf seiner letzten Tour begleiten. Youssou N’Dour, Bono oder der britische Popstar Damon Albarn gehören zu seinen Fans. Wenn das keine Referenzadressen sind. Übrigens: Im Oktober und November ist Bassekou Kouyaté auf großer Europa-Tournee. Am 10.10. gastiert er beispielsweise auch im Frankfurter Hof in Mainz. Anspieltipps: „Siran Fen“ und „Te Duniya Laban“

Bassekou Kouyaté & Ngoni Ba: „Ba Power“ ist auf dem Label Glitterbeat erschienen.

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