Georg Breinschmid passt in keine Schublade

Georg Breinschmid passt in keine Schublade

Wer auf Aberwitz und Humor der Wiener Art steht, der ist bei Georg Breinschmid goldrichtig. Er wird zudem reichlich belohnt, denn das Album des musikalischen Tausendsassa ist wie der Titel „Double Brein“ vermuten lässt, eine Doppel-CD. Auf CD 1 widmet sich der famose Künstler, der in vielen Genres zuhause ist, eher der populären Musik. Das ist aber kein Pop, wie man meinen könnte, sondern ein Sammelsurium an Eigen- oder Co-Produktionen von langjährigen Musikerfreunden. 15 Titel, die so gar nicht in irgendwelche Schubladen passen. Samba, Folk ist dabei, aber auch Jam Sessions, ein Musette-Walzer, Reggae und vieles groovt wie der Teufel. Dabei verliert er den „Wiener Blues“, sprich das Wienerlied, nicht aus den Augen. Zwei längere besinnliche Stücke gibt es auch, aus Zeiten, als es dem vielseitigen Musiker so richtig dreckig ging.

Mehr oder weniger klassisch geht es auf CD 2 zu. Und Breinschmid weiß, wie’s geht. Er kennt sich aus in der Welt der Klassik. Schließlich war er mehrere Jahre Kontrabassist bei den Wiener Philharmonikern, später folgte der abrupte Wechsel zum Jazz, zunächst als Sideman, dann die Jahre beim Vienna Art Orchestra.

Mit dem „Mephistowalzer Nr. 1“ von Franz Liszt beginnt die zweite CD, aufgenommen mit den Janoska-Brüdern Frantisek (Piano) und Roman (Violine). Neben den beiden  Liszt-Stücken „Romance“, „Consolation“ spielt Breinschmid mit seinen exzellenten Musikerfreunden Tommaso Huber (Akkordeon), Sebastian Gürtler (Violine), Benjamin Schmid (Violine), Emil Spanyi (Piano), Thomas Dobler (Vibraphon), Diknu Schneeberger (Gitarre), sowie mit Brein’s Café und mit seiner neuen Streicherbesetzung Strings & Bass (Florian Willeitner, Johannes Dickbauer, Matthias Bartolomey) Stücke von Bach, Verdi, Kreisler und Monti. Vom jungen Passauer Geiger Florian Willeitner stammt das grandiose „Irish Wedding in Bucharest“ und Breinschmid selbst beweist sich vierfach ebenfalls als Klassik-Komponist.

Zweieinhalb Stunden später ist „Double Brein“ zu Ende. Ein großer Spaß, gepaart mit Humor und Weisheit und so leichtfüßig und entspannt. Jedes Stück hat bei Breinschmid seine eigene Geschichte und macht so seine Musik spannend wie eine Reise voller Abenteuer. Sein kompositorisches Vermögen, sein interpretatorisches Geschick, sein Gespür für packende Arrangements, sein Faible für Improvisationen, dies alles macht Breinschmid so unnachahmlich.

Georg Breinschmid: „Double Brein“, 2 CDs, erschienen beim österreichischen Label Preiserrecords. Weitere Informationen bietet die Webseite des Künstlers.

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