Vor der Apple WWDC: Apple und die Musik

Vor der Apple WWDC: Apple und die Musik

In wenigen Tagen ist es soweit: Apple CEO Tim Cook wird die Bühne des Convention Centers in San Francisco betreten.

Und er wird den anwesenden Entwicklern, aber auch den gespannten Apple-Jüngern per Livestream einen ersten Ausblick darauf geben, was für Mac und I-Phone in den kommenden Monaten an Innovationen ansteht. Erfahrungsgemäß dürfte dazu vor allem die Software gehören, die aber hier und da schon ein paar Hinweise auf die nächste Hardware-Generation zulassen.

In Sachen Musikstreaming besteht akuter Handlungsbedarf in Cupertino.

Denn: Die Einkünfte des Musikverkaufs über die einstige Cash-Cow I-Tunes sind seit längerem rückläufig. Und eines ist klar: Auch wenn der verstorbene „Über-CEO“ Steve Jobs fest daran glaubte, dass die Menschen Musik selbst besitzen wollen, so würde ich diese Einschätzung in Zeiten von Spotify & Co als überholt betrachten. Auch wenn das nicht jedem im Musikgeschäft passen dürfte: Dank hohen Bandbreiten und schnellem WIFI ist diese Entwicklung unumkehrbar. Zu groß sind die Vorteile, die die Tatsache mit sich bringt, dass theoretisch jeder Song zu jeder Zeit überall verfügbar ist. Fakt ist: Apple ist ein wenig unter Zugzwang geraten, gleichzeitig aber durch die Akquisition von Beats und nicht zuletzt auch durch die vielen I-Tunes Bestandskunden nicht in der schlechtesten Ausgangsposition, wenn es um die Gunst der musikaffinen Kunden geht. Und: In Sachen Marketing ist man in Cupertino mit allen Wassern gewaschen. Die Strategie, Märkte und Entwicklungen erst zu beobachten, um dann aus den Fehlern anderer zu lernen, ist schon oft aufgegangen. Erfolgreichstes Beispiel: Das I-Phone.

Deshalb verdichten sich auch die Gerüchte, dass Apple sein Geschäftsmodell in Sachen Musik umkrempeln und um einen eigenen Streaming-Dienst erweitern wird. Ob es tatsächlich kommt und wie genau das „Baby“ heißen wird – man darf gespannt sein. „Apple Music“ ist – so den Gerüchten der Internetgemeinde nach – der heißeste Kandidat.

Dennoch: Aktuell verdient kaum jemand Geld am Streaming Trend. Zwar konnte Platzhirsch Spotify seine Nutzerzahlen auf rund 60 Millionen steigern, doch mit dem Wachstum der Hörer wuchs bislang auch immer der Verlust. Von 68 Mio. US-Dollar in 2013 stiegen die roten Zahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr auf knapp unter 200 Mio. an. Keine guten Voraussetzungen, möchte man meinen. Aber gerade Beispiele wie Amazon oder Zalando zeigen, dass es manchmal länger braucht, bis sich ein neues Nutzerverhalten monetarisieren lässt. Klar ist, dass das Streaming-Geschäft nur durch Masse profitabel werden kann. Man darf also mit Spannung an die Westküste blicken, um zu erfahren, welche Pläne Apple verfolgt – und was wir Nutzer davon haben werden.

Foto: Luke Chesser / Unsplash

 

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