Apple rudert bei Lizenzgebühren zurück

Apple rudert bei Lizenzgebühren zurück

Der Musikmarkt ist in Bewegung. Alte Vertriebswege fallen weg, neue kommen hinzu. Und das nicht nur, weil Apple Anfang Juni seinen Eintritt in den Streaming-Markt bekannt gegeben hatte. Fakt ist: Die Art und Weise, wie wir alle Musik konsumieren, hat sich in den vergangenen zehn Jahren gravierend gewandelt – und wird es weiter tun.

Gerade sorgte ein offener Brief von Jörg Heidemann, Geschäftsführer des deutschen Verbands unabhängiger Musikunternehmen (VUT), an Apple-CEO Tim Cook für Aufsehen. Der Anlass: Zum Start des Streamingdienstes Apple Music sollen potenzielle Kunden mit einem dreimonatigen Gratis-Abonnement auf den Geschmack kommen. Grundsätzlich ein guter Ansatz, denn auch Spotify hat mit Spotify Free ein kostenfreies, aber werbefinanziertes Angebot, welches von deutlich mehr Hörern genutzt wird, als die Bezahlvariante. Und: Spotify nutzt seit kurzem die Zeit bis Apples Markteintritt für ein eigenes „60-Tage-kostenlos“ Paket seines sonst 10 Euro teuren Bezahl-Angebots Spotify Premium. Doch Apple wollte auch die Labels am Eröffnungsangebot seines Streamingdienstes beteiligen. Im Klartext: Während des dreimonatigen Probeabonnements sollten keine Lizenzgebühren an die Labels gezahlt werden.

„Wir als VUT begrüßen neue Geschäftsmodelle und weitere Anbieter auf dem Streamingmarkt. Jedoch sind die von Apple angebotenen Vertragsbedingungen völlig unangemessen“, so Jörg Heidemann, Geschäftsführer des VUT.

Zwar sei die Zusammenarbeit mit Apple bislang immer fair und konstruktiv gewesen, jedoch befürchtete der Verband in seinem Schreiben, dass die drei kostenlosen Monate seine Mitglieder und deren Künstlerinnen und Künstler erhebliche Umsatzeinbußen bei den Lizenzeinnahmen kosten könnte. „Im Extremfall kann dies existenzgefährdend sein“, so Heidemann weiter. Klar ist, Apple ist das wertvollste Tech-Unternehmen der Welt – und seit ein paar Jahren auch der größte Musikhändler des Planeten.

Doch nun kommt offenbar die Kehrtwende aus Kalifornien: Eddy Cue, bei Apple verantwortlich für das Musikgeschäft, rudert zurück: Er habe Tim Cook überzeugen können, auch während der ersten drei Monate Lizenzgebühren an Künstler und Labels zu zahlen. Zuletzt hatte auch Pop-Sternchen Taylor Swift via Twitter gegen die Pläne von Apple protestiert.

Foto: unsplash / Drew Patrick

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