Schnurlos glücklich: Yurbuds Leap Wireless im Test

Schnurlos glücklich: Yurbuds Leap Wireless im Test

Preisfrage: Welche Qualitäten muss ein Sportkopfhörer besitzen? Klar. Gut klingen muss er. Und sonst so? Gut stylish und sportlich aussehen sollte er auch – und vielleicht nicht ganz so viel wiegen. Ein Punkt kommt aber leider oftmals zu kurz – und das „böse Erwachen“ dann beim ersten Test unter realen Bedingungen: Der sichere Halt im Ohr. Leider lassen bequemer Sitz, stabil aussehende Bügel über oder kleine Flügelchen im Ohr nur bedingt eine Aussage darüber zu, wie gut die Earbuds tatsächlich im Ohr halten, wenn es über Stock und Stein – oder aber im Studio heiß her geht. Aber: Es scheint eine Lösung für alle Sport- und Laufbegeisterten zu geben, die uns zumindest einen Test wert ist: Die Rede ist von den neuen Yurbuds Leap Wireless, gibt der Hersteller JBL doch das vollmundige Versprechen „Guaranteed never to hurt or fall out“ auf der Verpackung. Gesagt, getan, der Bluetooth-Kopfhörer ist in der Redaktion und sieht sich mit neugierigen Blicken konfrontiert. Das mitgelieferte Zubehör beschränkt sich auf das Nötigste: Neben den Kopfhörern selbst sind zwei kleinere Gummis für die Earbuds, ein USB-Ladekabel sowie eine kleine, aber praktische Tasche im Lieferumfang, in der die Hörer problemlos Platz finden.

Einmal ausgepackt, offenbart sich ein vermeintliches Manko: Denn die Oberfläche der Gummicover für die Earbuds ist extrem haftend. Aber: Genau das sorgt ja für den guten Halt im Ohr! Es sorgt aber auch dafür, dass jedwede andere Substanz, angefangen von Staub oder kleinen Hautschuppen (keine Bange, die dürfte wohl jeder von uns im Ohr haben) direkt daran kleben bleibt. Nicht schön, aber verschmerzbar. Denn:

Eine Dreiviertelstunde Joggen bei 12 Stundenkilometern auf dem Laufband erfordert kein – ich wiederhole – kein einziges Nachjustieren, Festdrücken oder dergleichen. Die Earbuds sitzen bombenfest und rutschen kein Stück – „Twistlock Technology“ nennt JBL das in der Produktbeschreibung – ich würde es einfach nur „genial“ nennen. Und dafür verzeihe ich dem kleinen Gerät auch ein paar andere Schwächen.

Zum Beispiel die extrem basslastige Auslegung der Lautsprecher. Höhen finden kaum statt, die Mitten sind schwammig und fristen ebenfalls ein Schattendasein. Die Bässe sind dafür klar und präzise, für meinen Geschmack aber schlicht zu dominant. Wer für sein Workout ein paar derbe pumpende Bässe braucht, der sollte zugreifen. Alle, die es etwas filigraner mögen oder eine differenziertere, klangliche Auflösung erwarten, sollten vielleicht nach einem anderen Gerät Ausschau halten.

wgm_yurbuds_closeupDie Tatsache, dass die Earbuds schon recht deutlich aus dem Ohr herausragen, werte ich – vor allem aus Sicht eher eitlerer Zeitgenossen – als leichten Nachteil. Es sieht einfach etwas unvorteilhaft aus, wenn zwei große schwarze Knöpfe aus den Ohren herausschauen – und eins davon auch noch blinkt. Auf der anderen Seite: Hier geht es um schnurlose Hörer, die einen ganz eklatanten Vorteil aus der Tatsache ziehen, dass sie eben nicht über ein Kabel an die Klangquelle gebunden sind. Denn Hand aufs Herz: Kabel stören beim Sport. Müssen festgeklammert werden und sorgen durch ihr Gewicht und ihr Schwingen dafür, dass die Earbuds mit jedem Schritt noch leichter aus dem Gehörgang gezogen werden. Und: Das per Bluetooth gekoppelte Smartphone kann problemlos auf dem Laufband oder neben dem Trainingsgerät auf dem Boden liegen und rutscht nicht aus der Hose, vom Oberarm oder sonstwo hin. Anders gesagt: Der Musikgenuss ist nicht daran gekoppelt, dass die Klangquelle ebenfalls direkt am Körper getragen werden muss. Und das ist ein ganz klarer Pluspunkt. Ein weiterer Punkt zum Klang: Der Yurbuds Leap Wireless isoliert den Träger nicht komplett von der Außenwelt, sondern lässt ein paar Umgebungsgeräusche zu, was mir persönlich sehr wichtig ist.

Die Spielzeit ist mit mit „6 Stunden +“ auf der Verpackung angegeben. Wir kamen in unserem Test knapp unter die sechs Stunden, aber selbst das sollte für einen Marathon reichen – und damit auch allen weniger Ambitionierten für mehrere Sessions im Fitness-Studio genügen. Das Aufladen indes gestaltet sich denkbar einfach. Eine kleine Klappe am rechten Hörer gibt einen Mini-USB Anschluss frei, die LED quittiert den Ladevorgang – und meldet sich auch gleich, wenn dieser abgeschlossen ist. Schnell geht es ebenfalls. Die Yurbuds Leap Wireless sind mit einem kurzen Kabel verbunden, das die Fernbedienung trägt. Lauter und leiser, an und aus – und die Annahme von Telefongesprächen kann darüber zuverlässig gesteuert werden. Es reicht genau, um hinter dem Nacken entlang zu laufen und stört somit nicht beim Workout.

Unser Fazit

Bedenkt man, was alles in ihrer kompakten Bauweise untergebracht werden musste und dass man mit dem kompakten Hörer locker mehr als fünf Stunden kabellosen Klanggenuss erwarten kann, dann stimmt das „Gesamtpaket“ der Yurbuds Leap Wireless. Kompromisse in Sachen Klangqualität und Aussehen sollen nicht unerwähnt bleiben, sind aber eine individuelle Entscheidung. Eine klare Sache ist dagegen die unverbindliche Preisempfehlung von 99 Euro. Denn das ist schon eine Kampfansage, vor allem, da viele – auch kabelgebundene – Sportkopfhörer in höheren Preisklassen einschlagen. Mehr Informationen gibt es hier auf der Webseite des Herstellers.

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