Grandios: Van Morrison lädt Duett-Partner ins Studio

Grandios: Van Morrison lädt Duett-Partner ins Studio

George Ivan Morrison, den alle nur Van „The Man“ nennen, hat mal wieder sein ganzes Können aufgeboten. Dem „Belfast-Cowboy“ – er stammt aus East Belfast – eilt der Ruf voraus „A Grumpy Man“, ein mürrischer Mann, zu sein. Und das ist er in der Tat. Richtig ist aber auch, Morrison ist Irlands bedeutendster Musiker. Kürzlich hat der große Schweiger, der für gewöhnlich mit Hut und Sonnenbrille auftritt, ein neues Album herausgebracht, seine 35. Studioplatte übrigens. Zugegeben der Titel „Duets: Re-Working The Catalogue“ klingt eher langweilig, doch der musikalische Inhalt ist dafür um so spannender. Der 69-Jährige hat zu diesem Zweck sein umfangreiches Oevre von rund 350 Songs durchforstet und ist fündig geworden.

Klugerweise hat er viele seiner Hits dabei ausgespart und sich auf Kompositionen konzentriert, die eher unbekannt sind. Auf seine größten Hits wie „Brown Eyed Girl“ oder „Moondance“ hat er bewusst verzichtet. Der Pfiff bei der Sache, Morrison hat sich bei jedem der 16 Titel einen Duett-Partner mit ins Studio geholt. Obendrein hatten die Herrschaften auch ein Mitsprachrecht bei der Auswahl der Titel. Es sind Morrisons Lieblingssänger und -Sängerinnen, die sich heftig ins Zeug legen und mit dem großen Meister meisterliches vollbringen.

Zum Glück ist das Album kein Versuch, schnell mit aufgefrischten „Greatest Hits“ abzukassieren. Ganz im Gegenteil: Die Auswahl der Lieder ist erfrischend exzentrisch. Morrison und seine Partner werfen zwar einen Blick zurück. Doch die Arrangements der Stücke sind alles andere als von gestern und erfreulich anders als die Originale. Geblieben ist das musikalische Umfeld, soll heißen R&B, Jazz und Blues vom Feinsten.

„Bei diesem Projekt ging es vornehmlich um die Freude, mit Künstlern zu singen, die ich bewundere, aber auch darum, Songs wieder aufzugreifen, die nicht so bekannt sind. Ich wollte schon seit den frühen 2000er Jahren ein solches Album machen, aber es war schwierig, die richtigen Leute dafür zusammen zu bekommen“, lässt Morrison wissen.

Alte Songs in neuem Gewand also und einer schöner und wunderbarer als der andere. Nun, wer ist alles mit von der Partie? Das mit dem 2014 verstorbenen Soulsänger Bobby Womack aufgenommene „Some Peace Of Mind“ als Opener ist gewiss eines von mehreren Highlights. Auch Jazzstar Gregory Porter ist dabei und zwar mit dem Remake von „The Eternal Kansas City“, eine Bigband-lastige Performance und eine großartige Hommage an den Jazz, 1977 auf „A Period Of Transition“ zum ersten Mal veröffentlicht. Besonders delikat sind die Lieder, auf denen sich Morrisons knarziger Gesang mit holden Frauenstimmen vermischt. Mavis Staples („If I Ever Needed Someone“), Clare Teal („Carrying A Torch“) und Joss Stone („Wild Honey“) sind großartige Partnerinnen, wobei letztere ein wenig ungestüm zu Werke geht. Beeindruckend auch die Sangeskünste von Mick Hucknall bei „Streets of Arklow“ und George Bensons Gitarrenkünste auf „Higher Than The World“. Steve Winwood ist auf „Fire In The Belly“ zu hören und Folkiges gibt es von Mark Knopfler. Weitere Duett-Partner sind PJ Proby, Natalie Cole, Georgie Fame, Shana Morrison, Chris Farlowe, Michael Buble und Taj Mahal.

Fazit: Van Morrison liefert einmal mehr großes Kino. Auf ihn ist eben Verlass. Das schätzen auch seine Mitstreiter wie man unschwer hören kann. Ein großartiges Album!

Van Morrison, „Duets: Re-Working The Catalogue“ ist erschienen bei Sony Music.

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