Henri Texier hat Jazzgeschichte geschrieben

Henri Texier hat Jazzgeschichte geschrieben

Er ist Kontrabassist, Komponist, Sänger und Orchesterleiter. Der französische Altmeisters Henri Texier hat längst Jazzgeschichte geschrieben. 1945 in Paris geboren und bereits im frühen Kindesalter multiinstrumental ausgebildet, wechselte Texier als 15-jähriger Pianist zum Kontrabass. Seit Mitte der 1960er ist der Franzose aktiv, zunächst in Pariser Clubs mit Exil-US-Jazzern wie Bud Powell oder Don Cherry, später mit Phil Woods und Joachim Kühn. Ein gutes Dutzend Studioalben hat er bislang veröffentlicht. Jetzt gibt es Neues von Henri Texier.

Mit dem Album „Healing Songs“ serviert er einen Streifzug durch eine 60 Jahre andauernde Ausnahmekarriere. Einige seiner Kompositionen sind schon jetzt Klassiker des Genres. Mit fast 81 Jahren blickt Texier diesmal musikalisch zurück und serviert mit einem exquisit besetzten Quintett seine Lieblingstitel, allesamt außergewöhnlich interpretiert. Mit seinem neuen Quintett öffnet Texier bewusst den Klangraum in Richtung des klassischen Hardbop-Formats – allerdings ohne jede nostalgische Verklärung. Der lyrisch strahlende Trompetenton von Hermon Meharis und das feinsinnige, transparente Klavierspiel von Emmanuel Borghi prägen den Sound entscheidend. Die Kompositionen sind tief im Jazz verwurzelt. Sie bieten viel Raum für freie, organisch entwickelte Solopassagen aller beteiligten Musiker. Besonders überzeugend ist die große Vielfalt: kompositorisch, klanglich und dynamisch.

Mit dabei sind natürlich auch sein Sohn Sebastien Texier am Sopransaxofon und den Klarinetten sowie Schlagzeuger Gautier Garrigue. Als Gast tritt bei drei Stücken der Perkussionist und Schlagzeuger Manu Katché in Erscheinung. Die Auswahl der neun Stücke erstrecken sich auf einen langen Zeitraum. Der Song „Quand tout s’arrête“ stammt vom Album „Amir“ aus dem Jahre 1976, „Samba Loca“ ist im Original auf „Canto Negro“ von 2011 zu finden. Gleich vier Coverversionen aus dem Album „Remparts d’argile“ (2000) sind ebenfalls dabei. In summa ein Werk das kreativ, offen und voller Energie steckt.

Henri Texier: „Healing Songs“ erschienen auf dem Label-Bleu

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