Nighthawks bieten viel raumfüllenden Tiefgang

Nighthawks bieten viel raumfüllenden Tiefgang

Es sind die markanten Bässe, der eingängige Trompetensound und ständig wechselnde Klänge, die den Charakter der Nighthawks ausmachen. Die Band um den Trompeter Reiner Winterschladen nennt ihr neues Werk „Paris Dakar“. Die elf Titel füllen Räume. Sie sind so clever aufgebaut sind, dass sich daraus ein großes Ganzes ergibt. Feinjustierte Synth- und Hammond-Orchestrierung gibt es zu hören, dazu Hip-Hop-Beat und anderes mehr. Coolness und freigeistiger Jazz finden hier problemlos zusammen. Nighthawks-Songs gehen ins Ohr, bieten gleichzeitig Tiefgang. 

Spitz und vibratolos spielt Trompeter und Nighthawks-Mitbegründer Reiner Winterschladen seinen Part. Seine vier Mitstreiter – Produzent und Bassist Dal Martino, Jörg Lehnardt (Gitarre), Thomas Alkier (Schlagzeug) und Jürgen Dahmen (Keys, Percussion) spielten in der Vergangenheit ausgesprochen wenig Rock. Hier sind die Herren allerdings sehr energetisch unterwegs.

Dass Winterschladen ähnlich und direkt wie der 1991 verstorbene Musikmagier Miles Davis intoniert, verstärkt diesen Eindruck noch. Dabei greift die fünfköpfige, durch Gäste ergänzte Formation auf eine immense Soundskala zurück. Es bauen sich Hallwolken auf, Synthiepercussion ist zu hören sowie der Einsatz von Wah-Wahs und knackige Keyboardsounds. Der Sound von Oud und Sitar kommt ebenso ins Spiel wie der von Stratocaster, Fender Rhodes, Hammond, Harmonium, Moog, Clavichord und vielem anderen mehr. Dies geschieht allerdings unauffällig und organisch.

Diese Vielfalt und der permanente Drive verleihen den elf Stücken eine angenehme Atmosphäre. Obendrein gibt es am Schluss mit den zwei Gesangsnummern „Back To You“ und „Sleep“ noch andere herzhafte Töne zu hören.  Anspieltipps: „Young“, „Manu Dibango“ sowie „Sleep“.

Nighthawks: „Paris Dakar“ ist bei Edel/Q-rious Music erschienen.

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