John Taylors Album „Tramonto“ ist ein Ereignis

John Taylors Album „Tramonto“ ist ein Ereignis

Aufgenommen live in Birmingham während einer Tournee des Contemporary Music Network im Jahr 2002, zeigt „Tramonto“ den britischen Pianisten John Taylor (1942–2015) in festlicher, ja ausgelassener Stimmung mit einer seiner dynamischsten und schlagfertigsten Bands, bestehend aus den US-Musikern Marc Johnson und Joey Baron – jenem energiegeladenen Team, das später an der von der Kritik gefeierten ECM-Aufnahme „Rosslyn“ mitwirkte.

Das Repertoire umfasst die bekannten Taylor-Stücke „Pure and Simple“,  „Between Moons“ und „Ambleside“ sowie den von Ralph Towner komponierten Titeltrack und Steve Swallows „Up Too Late“, das von Bop-Phrasierungen zu freiem Spiel übergeht und ein mit dem Bogen gespieltes Solo von Johnson sowie flirrende Drums von Baron enthält. Insgesamt eine willkommene Erinnerung daran, welch kreative Kraft John Taylor als Leader eines herausragenden Klaviertrios sein konnte.

John Taylor zählt zu den wenigen britischen Jazz-Musikern von Weltruhm. In den 50er Jahren seit seine Karriere im John Surman Octet begann, hat er sowohl als Solist als auch an der Seite von John Abercrombie, Dave Holland, Jan Garbarek, Kenny Wheeler und Norma Winstone europäische Jazzgeschichte geschrieben.

Fazit: ein Album von zeitloser Eleganz. Unbedingt reinhören, es lohnt sich.

John Taylor, Marc Johnson, Joey Baron: „Tramonto“ ist bei ECM erschienen.

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